A Taxi Driver Review: Mitreißendes Geschichtskino aus Korea

2017 erschien A TAXI DRIVER in Südkorea und zählte sofort zu den Publikumsrennern. Jetzt ist der Film endlich auch in Deutschland erhältlich – und Schröck wird nicht müde, sich für die auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte zu begeistern: „So einen Film muss man einfach unterstützen!“

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Was Daniel Schröckert, Tino Hahn und André Hecker unter sechs Augen über A TAXI DRIVER denken und sagen, könnt ihr euch in unserem Podcast Genre Geschehen anhören.

A TAXI DRIVER Review

Wow. Was so unbeschwert mit einem nachgesungenen Popsong beginnt, endet als ergreifende Geschichtsstunde und Loblied auf die Menschlichkeit. In A TAXI DRIVER trifft die fiktionalisierte Geschichte eines sich durchs Leben mogelnden Taxifahrers auf die echte Geschichte des Reporters Jürgen Hinzpeter, der als einziger westlicher Journalist Bilder vom Gwangju-Massaker im Mai 1980 aufnehmen und außer Landes bringen konnte.
Den Taxifahrer gab es, so viel ist überliefert. Ob er wirklich ein Witwer war, der weder die Miete noch Schuhe für seine Tochter zahlen konnte, ist wohl pure Spekulation. Aber diese wird von Song Kang-ho (MEMORIES OF MURDER, JOINT SECURITY AREA, SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE, PARASITE) wieder mal großartig gespielt. Wie er sich immer wieder empört, sobald er sich überführt fühlt, und sich trotz allem, was sein Leben und seine Überzeugung gefährden kann, für das Richtige entscheidet, ist einfach: menschlich. Und auch Herr Kretschmann überzeugt mit einer eher zurückhaltenden, aber feinsinnigen Leistung als Beobachter.
Nun mag es sein, dass die Taxifahrer von Gwangju niemals ihre Autos als Schutzschilder auffuhren, damit verletzte Protestler in Sicherheit gebracht werden konnten. Man mag es vielleicht auch überzogen finden, dass Körper in Zeitlupe und zu trauriger Musik im Kugelhagel verenden. Und vielleicht fehlt dem einen oder anderen auch ein wenig mehr politischer Kontext, da nur das Notwendigste zur damaligen Situation Südkoreas erzählt wird und solche Details, dass hier auch mit Billigung der USA oder Japans gemordet wurde, völlig fehlen.
Aber das war mir herrlich egal. Denn Regisseur Jang Hun bleibt, obwohl er viel Zeit benötigt, so lang und so sehr am Boden, dass er sich diese Momente der eventuellen Überinszenierung, Manipulation oder auch Action redlich verdient. Eben, weil er in A TAXI DRIVER einfache Menschen in ein von Beginn an bedrohliches Szenario wirft, gegen das sie sich nur mit ganz wenigen und dann auch bescheidenen Mitteln wehren können. Und deswegen reißt ihre Geschichte mit. Deswegen fühlt man mit ihnen mit. Und deswegen musste ich gleich mehrfach die Feuchtigkeit aus meinem Gesicht wischen. A TAXI DRIVER ist toller Film.

Daniel Schröckert

A TAXI DRIVER Plot

Seoul, 1980: Für seine Tochter tut der verwitwete und hart arbeitende Taxifahrer Kim alles. Doch auf der Jagd nach einem besonders lukrativen Gast stolpert der unbedarfte und politisch wenig interessierte Kim (Song Kang-Ho) auf die Bühne der Weltgeschichte. Die Höchstsumme, die ein deutscher Journalist (Thomas Kretschmann) für eine Fahrt von Seoul nach Gwangju zu zahlen bereit ist, hat nämlich ihren Grund: Die Stadt ist nach offenen Konfrontationen zwischen Demonstranten und Staatsmacht zur verbotenen Zone erklärt worden. Es beginnt ein irrwitziger und gefährlicher Trip ins Herz der Unruhen, der die beiden ungleichen Männer für immer zusammenschweißen wird.

Filminfo

A TAXI DRIVER
Originaltitel: Taeksi woonjunsa (2017)
Genre: Action, Drama, Historie
Cast: Kang-ho Song, Thomas Kretschmann, Hae-Jin Yoo, Ryu Jun-Yeol, Park Hyuk-kwon
Regie: Hun Jang
DVD-/Blu-ray-Release: 23.9.2021
Streambar: div. VoD-Anbieter

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