Berlinale 2018 – Tag 1 | Vom Hunde-in-Japan-Stop-Motion-Animationsfilm bis zum japanischen Teenager-Drama

Das tägliche BERLINALE-TAGEBUCH 2018

Wenn der Berliner Bär im Februar vor den Potsdamer Platz Arkaden in Rot erleuchtet, dann ist Zeit für die Internationalen Filmfestspiele in Berlin,  Am 15. Februar 2018 wurde die 68. Ausgabe der Berlinale im Berlinale Palast feierlich eröffnet und natürlich duften auch wir dabei von Anfang an nicht fehlen.

So lernten wir bei der Pressekonferenz der Internationalen Jury von Jury-Präsident Tom Tykwer, was für ihn die Berinale 2018 bedeutet, warum für ihn seine Aufgabe mehr Urlaub, als Arbeit erscheint und was er sich von den Wettbewerbsfilmen erwartet.

Und bekamen später mit, was es heißt, wenn Kino-Darling Wes Anderson ein Filmfestival eröffnet. Nämlich volle Hütte und die Erkenntnis das, wer brav die erste Pressevorführung seines neuen Films ISLE OF DOGS besuchte, keine Chance mehr hatte, auf die kurz danach stattfindende, schon völlig überfüllte Pressekonferenz zu gehen. Was wohl nicht nur daran lag, dass fast der gesamte, illustre Sprecher-Cast um die Hollywood-Stars Bill Murray, Bryan Cranson, Greta Gerwig, Jeff Goldblum, Tilda Swinton und natürlich Wes Anderson himself zur Vorstellung des Films nach Berlin gereist waren. Sondern sich auch viele auf eine sehr ämusante und sich dann auch bestätigende, sehr unterhaltsame Pressekonferenz gefreut hatten. Man beachte im Folgenden nur die Gesangseinlage von Bill Murray und das Geburtstagsständchen für Koyu Rankin.

Was bewegte uns sonst noch so am 1. Tag der Berlinale? Natürlich die Filme selbst. Unsere erste Einschätzung zu den Eröffnungsfilmen der Sektionen Wettbewerb und Panorama findet ihr deshalb hier:

ISLE OF DOGS / SEKTION WETTBEWERB

Isle Of Dogs / Copyright: 20th Century Fox

Wenn man den Autorenfilmer Wes Anderson mit seinem neuen Film einlädt, die Berlinale 2018 zu eröffnen, dann kann man einfach nichts falsch machen. So auch mit seinem neuen und nach DER FANTASTISCHE DR. FOX zweiten Stop-Motion-Animationsfilm ISLE OF DOGS.  Dabei dreht sich alles um Hunde, die im futuristischen Japan nicht nur eine Plage sind, sondern die Menschheit auch mit Grippeviren zu verseuchen scheinen. Von den Menschen verstoßen, führen sie deshalb ein elendes Leben auf den Müllhalden der “Isle Of Dogs”. Bis ein Waisenkind namens Atari Kobayashi seinen einstigen-Hund vermisst und mit einer Rettungsaktion die Welt verändern und den verwahrlosten Hunden ein besseres Leben zu ermöglichen versucht.  Ein charmanter, witziger und amüsanter Film, der nicht nur der erste Animationsfilm ist, der die Berlinale eröffnet. Sondern auf methaphorischer und bildlicher Ebene sowohl ein Zeichen gegen Intoleranz gegenüber Benachteiligten setzt wie auch einige Spitzen gegenüber politische Populisten wie US-Präsident Donald Trump zu bieten hat. Der sich darüber hinaus aber auch vor der japanischen Sprache verneigt, wenn sich Wes  Anderson weigert die Sprache ins Englische (oder Deutsche) übersetzen zu lassen. Wie auch als Hommage aufs japanische Animations- und Samurai-Kino zu werten ist.

Weitere Vorstellungen:
16.02. 10h30 Friedrichstadt-Palast
17.02. 10h00 Haus der Berliner Festspiele
17.02. 15h30 Zoo Palast 1

RIVER’S EDGE / SEKTION PANORAMA

River’s Edge / Copyright: © River’s Edge Film Partners, TAKARAJIMASHA / Kyoko Okazaki

Der japanische Beitrag RIVER’S EDGE basiert auf dem gleichnamigen Manga von Isao Yukisado. Dort geht es um eine Gruppe von Jugendlichen, die mit ihren Gefühlen ringen. Emotionen, die sich in exzessiver Gewalt, brutalem Sex und unglücklicher Liebe entladen. Erzählt in mehreren Handlungssträngen und aus verschiedenen Figurenperspektiven dreier Jugendlicher, die jedoch alle eins gemeinsam haben. Ihre Eigenartigkeit. Ob nun Ichiro schwul ist, von seinen Mitschülern gemobbt wird und sich als Tarnung für seine Sexualität eine Freundin gesucht hat, nebenbei aber noch ein düsteres Geheimnis zu erbergen versucht. Kannonzaki, der seine Unsicherheit und Aggression mit brutaler Gewalt gegen Mitschüler und Freundinnen auslebt. Oder Hatuna, die zwischen allen Figuren steht und die drei Handlungsstränge verbindet. Ein sehr sachlich inszeniertes Teenager-Jugenddrama, dass in seinen nüchternen und objektiven Art keine Partei gegenüber einer Figur ergreift, sondern vielmehr in seiner beobachtenden Stellung die Spannung hoch hält und die wahren Absichten der einzelnen Protagonisten lange verdeckt hält. Spannend wie faszinierend zugleich.

Weitere Vorstellungen:
16.02. 22h45 CineStar 3
17.02. 14h30 Cubix 9
21.02. 14h00 International
24.02. 19h30 CinemaxX 7
25.02. 14h30 Cubix 9

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