Berlinale 2019 | Das Berlinale 1×1

Unsere Hauptstadt hat sich schön gemacht!

Denn zum 69. Mal findet gerade die Berlinale statt! Für viele „nur“ ein Filmfestival, aber tatsächlich ist es ein wenig mehr als das.
Für die Filmbranche ist es eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Da sie gleich zu Beginn stattfindet und sozusagen das Filmjahr einläutet.
Es ist wirklich eine gewaltige Masse an Informationen und Ereignissen, die sich in diese 10 Tage pressen. Die Struktur der Berlinale lässt sich allerdings relativ einfach erschließen. Dafür habe ich euch einmal alles Wichtige in 5 Minuten gepresst. Wer über einen Bereich mehr wissen möchte, der schaut einfach auf die Webpage der Berlinale oder fragt mich.

Halb Berlin scheint im Ausnahmezustand zu sein. Überall findet man berlinalisierte Kinos und Eventstätten haben ihre roten Teppiche ausgerollt. Funkelnde Lichter, High Heels und Anzüge, wo man nur hinschaut. Durch die Straßen fahren schwarze Limousinen und Vans, die die Bürger darauf hinweisen, dass hier gerade jemand vom Film (oder auch nur Fachbesucher) hochgradiger Wichtigkeit von einer Location zur nächsten chauffiert werden. Der rote Bär lauert momentan einfach an jeder Ecke. Und irgendwie ist das schön. Und wuselig.

Der erste Tag dieser zehntägigen Festivität ist verstrichen und der schaut normalerweise für Fachbesucher und Journalisten wie folgt aus:

Mission 1: PLACE TO BE

Irgendwie zum Potsdamer Platz gelangen und sich durch ein Gewusel von Menschen kämpfen. Interessanterweise laufen sie IMMER entgegen der eigenen Richtung. Zwischendurch hört man den eigenen Namen. Ja: man kennt sich. Die Branche ist nämlich gar nicht sooo groß und so ist die Berlinale -wie auch alle anderen Filmfestspiele- eine Art alljährliches Klassentreffen.
Man sagt sich hallo, knüpft gleich neue Kontakte und erzählt sich Geschichten und Pläne aus der Filmwelt. Man freut sich und dann wird einem wieder klar, womit wir eigentlich unser Geld verdienen: mit wahrgemachten Träumen. Das Leben ist schön, Leute….
Plötzlich wird man von einem kalten Windstoß am Marlene Dietrich Platz daran erinnert, dass man ja noch etwas zu erledigen hat! Denn die erste Pressekonferenz findet gleich statt!

Mission 2: AKKREDITIERUNG

Sie ist die Eintrittskarte zu allem. Ohne eine Akkreditierung hört die Berlinale schon am Ticketschalter auf. Kein exklusiver Zutritt in den Filmpalast, kein Durchgang ins erste Obergeschoss des Hyatt, keine Pressevorführungen, -Konferenzen Interviews, Events und Parties, nichts. Zumindest nichts, was mit dem eigenen Beruf zu tun hat. Dass die Berlinale als „normaler Mensch“ Spaß macht, ist sicher. Da fällt nämlich ganz viel Stress weg und man kann sich auf all die guten Filme und Ausstellungen konzentrieren.
Aber hey, ich meckere hier nicht. Wirklich nicht.

Nun, im 1. OG des Hyatt befinden sich der Pressekonferenzsaal, ein Arbeitsraum für Journalisten und die Presseakkreditierungsstelle. Da kommt man nicht einmal ohne schriftliche Bestätigung, dass man sich akkreditieren darf, hinauf. (Meine Bestätigung liegt noch immer im Emailpostfach meines lieben Kollegen Chris. Schöne Grüße!) -Hochsicherheitstrakt, sag’ ich euch.
Ich hab’s trotzdem geschafft. Man kennt sich ja, höhö. Die Pressekonferenz zu THE KINDNESS OF STRANGERS hab’ ich leider trotzdem verpasst. Egal!

Mission 3: GOODIEBAG

Um 60€ ärmer, aber nun die heilige Akkreditierung um den Hals geschwungen, geht es ins nächste Gebäude, um ein Goodiebag abzuholen. Kein Scherz, das ist auf jedem Filmfestival mein absolutes Highlight und ich kann es kaum erwarten, zu sehen, welche Goodies sich in der mit Sicherheit wieder super stylischen Berlinaletasche befinden.
Auf dem Weg dorthin noch einen kurzen Abstecher im Filmpalast und an den Security vorbei (jetzt darf ich ja), um mal zu gucken wie es drin gerade ausschaut: Sicherheitspersonal, Frauen, die gestresst in ihre Headsets meckern und Kameramänner und Fotografen, die sich auf ihrem Podest aufbauen, um möglichst perfekte Aufnahmen der für den Eröffnungsabend angekündigten Promis machen zu können.
Diese Atmosphäre ist irgendwie aufregend.
Irgendwo hier müsste auch unser Didi sein, aber den besuche ich ein anderes Mal.
Ich habe ja noch eine wichtige Mission zu erfüllen.

Das Gebäude schon im Visier treffe ich auf einen alten Bekannten. Sein eigener Film läuft auf der Berlinale. Wie aufregend! Wir machen aus, dass wir uns die Tage zum Interview wiedertreffen. Im Zuge dessen entscheide ich, dass ich mir nochmal die Übersicht aller Vorstellungen und Events anschaue.
Jetzt ist es spät und ich habe noch andere Termine.
Mein Goodiebag muss warten. Verdammt!
Bis morgen.

 

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