Berlinale 2019 | Lilly at Berlinale | SPECIALS

Lilly at Berlinale

Lilly ist fast 15. Lilly kommt aus Berlin. Und Lilly geht – logischerweise – noch zur Schule. Auf welche, das verraten wir hier mal nicht. Sonst wollen nämlich alle nur noch auf diese Schule gehen. Denn diese Schule macht – und das 2019 auch nicht zum ersten Mal – etwas ganz Tolles: Sie ermöglicht es ihren Schülerinnen und Schülern, während der Internationalen Filmfestspiele … na, was wohl?… Filme zu sehen. Filme, die in den Berlinale-Sektionen Generation Kplus und Generation K14plus gezeigt werden. Die Schule spendet die Unterrichtszeit. Und das Geld für die Kinotickets verdienen sich die SchülerInnen selbst: Etwa mit selbstgebackenen Waffeln, die bei Schulfesten verkauft werden. Oder bei Charity-Läufen, bei denen jeder überlebte Kilometer bares Geld bringt. Oder, oder, oder. Am Ende ergibt sich dann so etwas wie eine Win-Win-Win-Situation. Die jungen Menschinnen und Menschen brauchen eine ganze Woche nicht in ihren Klassen zu hocken. Die Schule kann mit einem tollen Bildungsprogramm punkten – und muss dafür nicht allzu viel selbst in die Hand nehmen. Und das Kino macht möglicherweise die Bekanntschaft mit dem so dringend benötigten Publikum von morgen.

5 Tage, 7 Filme. Strammes Programm. Und dann immer noch selbst vor die Kamera. Dafür Danke, Lilly!

Das – ob der Berliner Schulferien – leicht verkürzte Programm begann für Lilly mit dem estnischen Animationsfilm LOTTE UND DIE VERSCHWUNDENEN DRACHEN. Danach folgte die Dokumentation 2040, in der ein Vater vor seiner noch sehr jungen Tochter in einem visuellen Brief die Vision für eine bessere Welt von Morgen ausbreitet. Nächster Film: GOLDIE – ein Sozialdrama um eine verbissen für sich und ihre Geschwister kämpfende Teenagerin aus New York. Neuer Tag, neuer Film: DRIVEWAYS, die Geschichte eines Roadtrips, an dessen Ziel eine ziemlich viele Generationen überspringende Freundschaft wartet. Am vorletzten Tag dann noch einmal Doppelschicht: Zum einen KINDER – eine Dokumentation aus der Mitte Berlins. Zum anderen RINGSIDE – die bewegende (wenn man das bei so jungen Menschen schon sagen darf) Lebensgeschichte zweier Boxtalente in Amerika. Und schließlich zum krönenden Abschluss CLEO, eine eher fantastische Geschichte über ein zeitreisendes Mädchen auf der Suche nach einer herbeigesehnten Schicksals-Wendung.

Wie Lilly all diese Film fand, erzählt sie euch im Video.

Und sie erzählt auch, dass es in Kinovorführungen noch weit nervigeres gibt, als knisternde Popcorn-Tüten, grell leuchtende Handy-Displays und den wabernden Mief von Käse-Nachos. Zum Beispiel „Einsprecher“. Aber auch das erzählt sie euch im Video.

Berlinale Einsprecher
Der Einsprecher bei der Arbeit: Er hilft denen, die beim O-Ton – zumeist Englisch – nicht mitkommen, auf der anderen Seite aber auch die Untertitel nicht so schnell lesen können. (Foto: Lilly L.)

In dieser Woche haben selbst wir noch was dazugelernt. Zum Beispiel, dass Quatschbacken im Kinosessel nebendran keine „Einsprecher“ sind. Und dass man (huhu, Schr… – ach was, wir wollen hier keine Namen nennen) auch in 1 Minute 30 zu einem harten aber halbwegs gerechten Urteil über einen Film kommen kann. Warum auch lange drum herumreden: Wenn ein Film beschissen ist, dann ist er beschissen. Jedenfalls aus der Sicht von Lilly. Waren ja gottseidank nicht alle. Und damit basta.
Bis zum nächsten Jahr.

 

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