Berlinale 2019 | Lola at Berlinale

Lola at Berlinale

Wow, das war eine ereignisreiche Berlinale bisher. Viele Filme geguckt, auf Parties getanzt und Menschen kennengelernt. Und es geht noch weiter, wuhu!
Hier meine Highlights der vergangenen Tage.
(Sorry für die Lücken. Komme nicht hinterher. Würde ich trinken, gäbe es diesen Artikel womöglich erst in einem Monat)

Berlinale Screening
© Mattia Tezzele / Deutsche Filmakademie

Auf dem Weg zur Lola

Am vergangenen Freitag lud die Deutsche Filmakademie zum alljährlichen Empfang ein. Das ist eine Art brancheninternes „Get together“. Viele Journalisten, Filmemacher, Produzenten und Schauspieler in lockerer Atmosphäre, Drinks for free, Brezeln und Minitofuknoblauchburger. Ein perfekter Ort, um sich zu treffen und den ein oder anderen Schnack zu halten.
Gemeinsam mit der Berlinale und German Films präsentiert die Filmakademie die zum deutschen Filmpreis vorausgewählten Filme im Rahmen des European Film Market.
Der Deutsche Filmpreis findet in diesem Jahr am 3. Mai statt.
Bis dahin werden die eingereichten Filme durch insgesamt drei Vorauswahlkommissionen ausgewählt und schließlich in geheimer Wahl durch sämtliche Mitglieder der Filmakademie die Nominierten ermittelt. Diese bleiben bis zur tatsächlichen Preisverleihung lediglich einem Notar bekannt.
(Ich erkläre das genaue Verfahren ausführlicher, wenn der Filmpreis dann ansteht)

Kommen wir zurück zum besagten Empfangsabend:

Es gab nämlich auch ein kleines Programm. Nämlich 3 Ansprachen. Von jenen nahm ich auch zwei Erkenntnisse und eine Bestätigung mit.
1: Auf der Berlinale darf man auch emotional sein.
2: Wie vieles in der Vergangenheit wirkt Etwas am besten in Schwarzweiß. (kann man lange drüber nachdenken, finde ich schön.)
3: KINOBESUCHE VERHINDERN DEPRESSIONEN

Iris Berben, die die Beendigung ihrer nun 9-jährigen Amtszeit als Präsidentin der Filmakademie verkündete und mit ihrem Gang von der Bühne nicht nur mein Herzchen mitgenommen hat, bedeutete für die Filmakademie eine starke, treibende und durchsetzungsstarke Kraft, ohne jene die Filmakademie heute sicherlich nicht da wäre, wo sie heute ist.
Iris Berben trat unter anderem für Gleichberechtigung und Chancengleichheit in der Filmindustrie ein. Obgleich sie ihre neunjährige Amtszeit freiwillig beendete, kullerten Tränen und jeder im Raum war plötzlich still. Was normalerweise selten der Fall ist, wenn auf der LOLA @Berlinale eine Rede gehalten wird.

Ich fand’s schön zu sehen, dass eine so starke und erfolgreiche Frau trotz aller Professionalität Emotionen gezeigt hat. Das nahm ich gleich mal zum Anlass, mehr über diese Frau erfahren zu wollen.
Wusstet ihr, dass Iris Berben nicht nur die 7. Klasse wiederholt hat, NEIN: diese Rebellin wurde sogar 3 (!!!) Mal der Schulinternate verwiesen und hat sich die Sache mit diesem Abitur einfach mal geschenkt.
Und nun schaut sie euch an: eine Frau der Extraklasse, die ihren Weg gemacht hat. Und dieser Weg sieht sehr schnörkelig und ziemlich individuell aus.
Finde ich gleich noch viel sympathischer.

Was aber wichtiger ist: Ihr soziales und politisches Engagement seit über 50 Jahren. Iris Berben zeigt ein unermüdliches Engagement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels in sicheren Grenzen.
Sie unterstützt Intitiativen gegen das iranische Atomwaffenprogramm, setzt sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und rechtsextreme Gewalt ein. Außerdem unterstützt sie Schulen mit Förderprogrammen.

All das und noch vieles mehr tut diese Frau, während ich schon überfordert damit bin, mit Berlinale, Alltag und Arbeit zu jonglieren.
(Ja, lieber Lars R.: Dein Kommentar hat mich erreicht. Alles hat Gründe. Tja.)

Nun denn, auf Wiedersehen, Frau Berben.
Sie sind diese Sorte Frau, über die auf Instagram Posts und feministischen Kalendersprüchen die Rede ist. Frauenpower gab’s eben schon vor 50 Jahren. Das ist keine neue Erfindung.

Ich bin gespannt, was die Zukunft bei Ihnen bringt und gleichzeitig darauf, wie die Filmakademie mit ihrem jüngst gewählten neuen Präsidenten Ulrich Matthes.
Denn dieser erklärte, ihm sei es als Akademiepräsident ein Anliegen, «Entscheidungen offen zu diskutieren, unterschiedliche künstlerische Entwürfe anzuerkennen und sie selbstbewusst nach außen zu verteidigen – darum sollte es noch stärker gehen». Als weitere wichtige Themen nannte er «Blockbuster versus Arthouse, Kino versus Netflix und Co». Die Filmakademie sei jetzt schon viel mehr als Glamour und Filmpreis, aber sie könnte und sollte laut Matthes noch politischer werden, als sie es jetzt schon sei.

 

 

 

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