
„Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.“ Sagt der Journalist, Publizist und Bauchautor Henryk M. Broder.
Damals: Das ist die Zeit ab spätestens 1933, die NS-Zeit, eines der dunkelsten, vielleicht sogar das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Und heute: Heute leben wir in einer Zeit, in denen wir uns zunehmend wieder mit rechten Gedankenspielen, mit rechtsextremen Ideologien konfrontiert sehen. Nazi-Parolen werden oder sind zunehmend gesellschaftsfähig. Antisemitismus findet nicht mehr nur im Verborgenen statt. „Deutsch“ und „Deutsches“ erzeugen einen schalen Nachgeschmack. Was aber können wir machen, dass wir nicht so werden, wie sie damals waren? Wir hätten unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern fragen können. Oder wir können Zeitzeugen zuhören. So wie in DAS UNGESAGTE. Die Dokumentation von Patricia Hector und Lothar Herzog lässt elf Menschen über das sprechen, was nach 1945 nicht mehr gesagt werden sollte. Oder keiner mehr hören wollte?
DAS UNGESAGTE. Ab heute, ab dem 06.11.2025, im Kino. Hingehen. Anschauen. Hinhören.
Darum geht es in DAS UNGESAGTE:
Die meisten Deutschen, die damals für das NS-Regime waren, haben nach 1945 nie wieder über diese Zeit gesprochen. In fast allen deutschen Familien war das Thema tabu: DAS UNGESAGTE. Der Film wählt einen psychologischen Ansatz, um herauszufinden, was diese Menschen damals genau dachten und fühlten – und wie sie heute ihre Beteiligung bzw. Involviertheit in das NS-Regime beurteilen. Die Aussagen sind schmerzhaft ehrlich, teils verstörend, aber auch berührend, dabei gleichermaßen geprägt von moralischem Zwiespalt, verdrängten Schuldgefühlen, Trauma und Trauer. Zudem erzählen auch jüdische Überlebende, und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft. Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse.
Filminfo:
DAS UNGESAGTE
Originaltitel: Das Ungesagte (2025)
Genre: Dokumentation
Lauflänge: 143 Minuten
Cast: Jakob Elzer, Albert Emmerling, Anke Gaier, Hildegard Harms, Rolf Hector, Werner Kaiser, MaxKarlemann, Roselotte Perlauer, Ernest (Ernst) Rapp, Kurt Salterberg, Rudolf Schneller
Regie: Lothar Herzog, Patricia Hector
Kinostart: 6.11.2025
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