Der nächste Bond? Warum fragt denn keiner Elmar? | ELMARS HOLLYWOOD

Ich habe direkt noch einmal nachgeguckt: Am 5. November 2015 startete SPECTRE, das 24. Bond-Abenteuer. Ich kann mich gut an die Premiere am Potsdamer Platz erinnern. Steven Gätjen interviewte die Stars, natürlich auch Bond-Produzentin Barbara Broccoli, auf dem roten Teppich. Ein paar Meter weiter posierte Daniel Craig für Selfies mit kreischenden Fans. Okay: eisblaue Augen. Aber von Sprödigkeit keine Spur. Warum mir das Datum jetzt noch mal wichtig war: Schon damals begann das Rätseln und Diskutieren darüber, wer denn der nächste Bond sein könnte. Okay. Auch BOND 25 wird das Gesicht von Daniel Craig haben. Am 9. April 2020 bekommen wir es zu sehen. Aber dann? Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Die Frage bleibt: Wer ist der nächste 007? Elmar Biebl hat einen wirklich heißen Tipp …

Stephan Temp: PortätbildSeit 57 Jahren können wir nun schon diesem MI6-Agenten mit der Lizenz zum Töten genüsslich dabei zugucken, wie er sich – überwiegend frisch gestriegelt und gebügelt, nonchalant lächelnd bis herausfordernd grinsend, immer ordentlich motorisiert und technisch interessiert, mit ordentlich Wumms in der Rechten und Stärken in der Horizontalen – durch sein aus britischen Steuergeldern finanziertes Leben schlägt.

57 Jahre. Und kein bisschen müde. Er nicht. Und wir auch nicht. Wie anders lässt sich sonst erklären, dass die Diskussionen dermaßen entbrennen und Gemüter sich so erhitzen, wenn turnusmäßig mal wieder ein neues Gesicht in die Dienste seiner Majestät treten soll, muss, wird. Wo gibt’s das sonst? Okay – vielleicht noch bei Batman. Der musste oder durfte mit seinem Super-Atem (?) in diesem Jahr ja schon 80 Geburtstagskerzen auspusten. Und in den letzten Tagen wurde nun die Mutmaßung bestätigt, dass demnächst BIS(S)-Vampir Robert Pattinson (mit 33 – also im allerbesten Bond-Alter) in Bruce Waynes Maßanzug beziehungsweise unter der Fledermausmaske stecken wird. Meine Güte: Was gab das wieder für ein Flügelschlagen und verbales Geflatter in Comic-Superhelden-Kreisen!

James Bond 007: eine Marke, keine Rolle

Pattinson scheidet also schon mal aus. Also aus dem Reigen derer, die ernsthaft oder auch nur in den Wunschvorstellungen als neuer Bond in Frage kommen. Oder deren Name irgendwann irgendwo schon geflüstert, genannt oder niedergeschrieben wurde. Und DIE Liste ist lang! Christian Bale. Henry Cavill. Benedict Cumberbatch. Jamie Dornan (50 SHADES… yo… wobei: Bond war bislang eigentlich immer mehr der große Schmuser). Chiwetel Ejiofor. Idris Elba. Michael Fassbender. Colin Firth. Tom Hardy. Jude Law. Damian Lewis. Andrew Lincoln (THE WALKING DEAD). Ewan McGregor. Clive Owen. Dan Stevens. Irgendwen vergessen?

So. Jetzt sage ich mal was, wofür man in Zeiten wie diesen (und wahrscheinlich in vielen Fällen auch zu Recht) in die Hölle kommen oder einen Mords-Shitstorm entfachen kann – was der althergebrachten Hölle ungefähr entsprechen dürfte. Ich sag es trotzdem. ICH finde: andere Hautfarbe? Ja. Egal, welche. Andere Religion? Ja – auch. Queer – oder nicht: Das ist MIR doch egal.
Das britische Weltreich umfasste (einmal) sooooo viele Menschen, so viele Nationen und Nationalitäten. Da darf ein Agent seiner Majestät … einfach alles sein. Aber bitte keine Frau. Please. „Mein Name ist Bond, Jamie Bond.“ No! Und wenn mich der Blitz trifft. Es gibt so viele tolle Frauenrollen. Oder Rollen, die auch Frauen spielen können. Aber 007 eine Frau? Nee. Gerne 005 oder 008 (006 haben wir ja schon x-mal kennengelernt). Aber nicht 007. Eigentlich kann jeder bei Bond eine Frau sein. Aber nicht Bond selbst.
By the way: Was ist eigentlich aus dem irgendwann mal kolportierten Spin-off mit Miss Moneypenny als Hauptfigur geworden? Oder: Bond wurde schon so oft vor Ort von befreundeten oder weniger befreundeten Agentinnen unterstützt oder malträtiert. Was ist denn mit denen? Und – nein, ich poche hier NICHT auf ein veraltetes Rollenverständnis oder Frauenbild! –: Was ist eigentlich mit den Bond-Girls? Die können doch bestimmt noch mehr als nur blond sein und ihre Kurven herzeigen. Immerhin hat ja eine Reihe von ihnen ziemliche Berühmtheit erlangt. Heute gibt es doch zu allem und nichts Spin-offs. Aber lasst uns bitte, bitte den James. Mister Bond.

Der Arme hat es eh schon nicht leicht. Die Konkurrenz schläft nicht. JACK REACHER macht sein Ding auch nicht schlecht. Ethan Hunt auch nicht. Die „Berliner Morgenpost“ titelte zum Start von MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT 2018 schon mal: „Der bessere Bond“. Das Problem: Tom Cruise wird auch nicht jünger. Den von Hausgiebel zu Hausgiebel jumpenden Springinsfeld wird man ihm nicht mehr lange abnehmen. Und: Cruise ist Cruise. Ethan Hunt ist Cruise. Das ist SEIN Ding. In der Rolle ist er schlecht zu ersetzen. Da ist irgendwann Schluss. Sorry. Cruise weiß das. (Apropos: Was macht dann eigentlich Simon Pegg? Wäre er … ein Bond? Brite. Humorvoll. Technikversiert. Ja, bisher vielleicht mehr das stille Wasser – aber auch das kann tief sein.)

Was Bond immer wieder einen Vorsprung vor seinen Verfolgern verschafft: Bei ihm kommt es im Grunde genommen nur auf drei Dinge an. Den Namen: James Bond. Die Dienstnummer: 007. Und das Logo: die Silhouette sowie die bei aller Kreativität ja doch immer wieder unverwechselbar gestrickten Vorspänne (samt der Tradition der Bond-Songs).

Und dazu ist es den Produzenten irgendwie auf wunderbare Weise gelungen, alle Filmmoden, Looks, Action-Härtegrade und Bildsprachen über Jahre und Jahrzehnte zu überstehen – oder direkt geschickt für sich zu nutzen.

Wenn jetzt noch einer von ihnen zum Hörer greifen und Elmar nach seiner Empfehlung für den nächsten Bond fragen würde: Wir wären BOND-Fans forever.

1 Kommentar
  1. Filmfisch
    Filmfisch Kommentar

    Was wäre denn mit einem asiatischen oder chinesischen Bond-Darsteller? Hongkong war mal britische Kronkolonie. Das würde passen. Und während die Kinos in den “alten” Märkten schwächeln, boomt das Kinobusiness in China wie verrückt. Da würde ein chinesischer Bond sicher noch helfen…

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