FIRST STEPS 2018 | Interview Magdalena Chmielewska

Ist ein Film mit 30 Minuten Länge nun noch ein Kurzfilm oder ein mittellanger Spielfilm? Nur gut, dass WIR das nicht diskutieren mussten. Nächste Frage: Was ist ein mittellanger Spielfilm? Nun, anscheinend eine ganz besondere und darum schützenswerte Spezies. Zu kurz für Kinoabende. Und zu lang für Kurzfilm-Festivals. Auch darum hält Andrea Hohnen, künstlerische Leiterin der FIRST STEPS, eine besonders schützende Hand über diese Kategorie, wie sie noch ein paar Tage vor der Verleihung „Zwölf Uhr mittags“-Moderator und Filmjournalist Knut Elstermann verriet.

Magdalena Chmielewskas AM HIMMEL war offenbar nicht zu lang und nicht kurz – sondern gerade richtig, um bei den FIRST STEPS 2018 als einer von drei mittellangen Spielfilmen (neben BEVOR ICH VERGESSE/’ABL MA ’ANSA von Mariam Mekiwi und ON THE OTHER SIDE OF THE PILLOW A ROSE WAS BLOSSOMING von Dragana Jovanovic) nominiert zu werden – und die Jury zu überzeugen: „Eine junge Frau wurde überfallen, sexuell misshandelt, auf einer Wiener Wiese, die paradoxerweise ‚Am Himmel‘ heißt. Was genau geschah, erfahren wir nur indirekt, sie selbst spricht nicht darüber. Kämpft darum, sich nicht als Opfer zu fühlen, ihr eigenes Leben wieder zu gewinnen. Sie ist verstört und verstörend, abweisend, ihr Kampf ist kraftvoll, fast wütend. Sie besucht ihren Freund am Meer, aber nichts wird mehr, wie es war. Stück für Stück geht sie sich selbst verloren. Magdalena Chmielewska erzählt in großen Kinobildern, mit wenig Dialog, kunstvoll eingesetzter Musik und in nur 30 Minuten, wie ein solcher Überfall ein Leben für immer beschädigt.“

Vor der Verleihung

Nach der Verleihung

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