FRISCHE FILME | Spider-Man: Homecoming

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STEVEN GÄTJENS MEINUNG IN TEXTFORM:

Nach Tobey Maguire und Andrew Garfield streift sich nun Tom Holland den blau-roten Strampelanzug über. Damit ist er nicht nur der jüngste Spider-Man aller Zeiten; er darf sich auch zum ersten Mal durch die Welt von Iron Man, Captain America und den restlichen Marvel-Superhelden schwingen. Das war bisher nicht möglich, da Rechte-Inhaber Sony ein eigenes Universum aufbauen wollte. Ein Plan, den man wieder verwarf, nachdem THE AMAZING SPIDER-MAN 2 eher ein Desaster war. Also wurde neu verhandelt, es folgte ein Test in CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR und gemeinsam konzipierte man ein erstes Solo-Abenteuer.

Infolgedessen geht’s in „SPIDER-MAN: HOMECOMING um Teenager-Ängste oder –Euphorie und wie die Welt damit umgeht. Also erleben wir, wie Peter wegen eines Schul-Wettbewerbs und natürlich der ersten Liebe ins Schwitzen gerät. Oder weil ihm Tony Stark zu wenig Aufmerksamkeit und Mentor-Weisheit schenkt. Gleichzeitig stürzt er sich mit vollem Eifer in den Kampf gegen einen fliegenden Waffen-Dealer namens Vulture. Der war einst ein aufrichtiger Klein-Unternehmer, der nach dem 1. AVENGERS-Einsatz nur den Schrott aufräumen wollte, aber von der Regierung aus dem Geschäft gedrängt wurde. Und zu allem Überfluss steht auch noch der Abschlussball an, der gänzlich neuen Stress bereithält.

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Damit wir uns richtig verstehen: SPIDER-MAN: HOMECOMING ist witzig, liebenswert und kurzweilig. Also wie fast alle Marvel-Filme. Und deshalb hat er für mich auch keinen allzu starken Eindruck hinterlassen. Genauer gesagt, war es ein permanentes Wechselspiel aus „Cool“ und „Come on“. Für jeden Aspekt, der wirklich gut ist, findet sich auch einer, den man bedauert. Zum Beispiel, dass Marvel abermals so streng an seiner Struktur festhält. Wir sehen einen Helden, der sich mal wieder erst noch finden muss. Dessen Übermut bei einer Action-Sequenz am Ende des 2. Drittels bestraft wird. Und dessen Schicksal keinerlei Angstschweiß erzeugt, weil es ja noch weitere Filme geben soll.

Ich finde ebenfalls schade, wie das Script mit Tante May umgeht. Sie ist nicht so wirklich wichtig, keine Frage, aber sie ist eben sehr lange nur eine Figur, die für Gags zuständig ist. So richtig menschlich wird sie erst zum letzten Drittel, wo sie sogleich für echt rührende Momente sorgt. Ähnlich verhält es sich bei Michael Keaton. Seine interessant-geerdete Niedergangs-Story kriegt schmerzhaft wenig Fleisch. Und Keaton selbst bleibt eher ungenutzt, dabei kriegt er im 3. Drittel eine echt überraschende wie folgenreiche Facette. Über seine Figur lässt sich aber noch eine weitere Überraschung herleiten: die Effekte, genau wie die Action, sind für einen Marvel-Film echt unspektakulär. So bewegt sich zum Beispiel der digitale Spider-Man sehr zittrig und wirkt im Gegensatz zu seinem CIVIL WAR-Auftritt eher tollpatschig. Aufregende Netzschwinger-Perspektiven gibt es auch nicht. Und dass sein Anzug zur dünnen Iron Man-Kopie wird, muss man auch nicht verstehen.

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Aber dann gibt es da auch so viel Gutes, mit dem Regisseur Jon Watts meine Stimmung immer wieder anhebt. Wie bereits erwähnt, hat mir sehr gut gefallen, dass im letzten Drittel zwischenmenschlich vieles verdichtet wird, was vorher nur am Rand oder als Gag diente. Es gibt auch ein paar Action-Ideen, die etwas hervorstechen. Zum Beispiel eine Verfolgungsjagd durch die lästig flache Vorstadt. Vor allem aber die Szene am Washington Monument. Daneben erzeugt Watts mit Peters Mitschülern ein schönes Teenager-Gefühl, das an die Jugendfilme des John Hughes erinnert. Es gibt auch einen sehr schönen Moment, in dem er sich vor einem der berühmtesten Kino-Blaumacher verbeugt. Und dann ist da eben Tom Holland. Er ist der wahre Gewinn des Films, denn mit seinem Ungeschick, seinen Rehaugen und seiner Euphorie macht er seinen Peter Parker einfach liebenswert.

Netzen wir ein: SPIDER-MAN: HOMECOMING ist munter, gefällig und sympathisch. Für Comic-Nerds gibt’s jede Menge Fan-Service. Genauso wie für Freunde des 80er-Jahre-Teenie-Kino. Und wer auf Coming-of-Age-Geschichten steht, kriegt eine schöne Mischung aus Humor, Herzschmerz und Hilflosigkeit. Der Rest ist Superhelden-Business as usual. Obwohl Watts und seine Autoren die Figur ein wenig anders erklären, haben wir es hier doch mit einer typischen Origin-Story aus dem Hause Marvel zu tun. Alles in allem ist Spideys Reboot-Rückkehr geglückt. Aber sie ist auch so wenig herausragend wie auffallend auf Nummer sicher gespielt. Trotzdem sage ich: das beste Wandkrabbler-Abenteuer seit Sam Raimis SPIDER-MAN 2.

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Spider-Man: Homecoming

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*** Spider-Man: Homecoming
Genre: Action, Adventure, Sci-Fi
Darsteller: Tom Holland, Michael Keaton, Robert Downey Jr.
Regie: Jon Watts
Kinostart: 13. Juli 2017

 

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