OSS 117 (1&2): Kritik | WEEKEND-TIPP

OSS 117 – DER SPION, DER SICH LIEBTE / Agentenfilmparodie / Servus TV / 27.04. / 20:15 – 22: 05

Ägypten, 1955. König Faruq ist gestürzt; General Nasser hat nach seinem Putsch das Heft in der Hand. Die Mächtigen der Welt bangen, wer in Zukunft das Sagen am und vor allem über den Suezkanal hat. Kairo entwickelt sich zum Hotspot der Geheimdienste aus aller Herren Länder. Als dann auch noch der Agent Jack Jefferson aka OSS 283 (Philippe Lefebvre) verschwindet, schickt Paris seinen besten Mann: OSS 117 (Jean Dujardin). Der soll sich vor Ort einen Überblick über die Lage verschaffen und die Hintergründe der Verschwindens oder des vermeintlichen Todes von OSS 283 untersuchen.

Unterstützt von dessen ehemaliger Mitarbeiterin Larmina (Bérénice Bejo), macht sich OSS 117 in bester Clouseau-Manier und einem Elefanten im Porzellanladen gleich an die Arbeit, wobei ihn nicht nur die lokalen Sitten und Gebräuche vor gewisse Herausforderungen stellen, sondern er auch gleich noch einer ägyptischen Prinzessin mit Rück-Umsturz-Plänen (Aure Atika) ins Gehege kommt und ein paar Nazis (Richard Sammel als Moeller) mit wiederum ganz eigenen Plänen in die Finger fällt.

 

OSS 117 – ER SELBST IST SICH GENUG! / Agentenfilmparodie / Servius TV / 27.04. / 22:05 – 00:00

Same same but different. Ein fernes Land. Eine, oder besser noch gleich mehrere hübsche Frauen. Und die Nazis, deutschen Nazis: die sind auch wieder mit von der Partie. Gerade noch hat sich OSS 117 (Jean Dujardin) im schweizerischen Gstaad einer chinesischen Gangsterbande entledigt, da wird er dieses Mal im Dienst der Grande Nation nach Rio geschickt, um von einem in Südamerika untergetauchten Altnazi (Rüdiger Vogler) eine Liste mit ehemaligen Kollaborateuren zu besorgen.

Leichter gesagt als getan: Kaum in Rio gelandet, versuchen sich nämlich die Chinesen zu rächen und 117 lässt sich gleich erstmal von der ersten Schönheit in die Falle locken. Mit Hilfe der israelischen Agentin Dolorès (Louise Monot) und deren Mossad-Kollegen geht’s dann aber doch irgendwann auf die Suche nach dem bösen Deutschen und das kompromittierende Stück Papier. Wobei OSS 117 wieder einmal mehr Fettnäpfchen sammelt als normale Agenten Spuren oder Beweisstücke.

Herrliche Persiflage auf die gleichnamige französische Spionagereihe. Und natürlich auf den Agenten aller Agenten: 007, James Bond. Sein französisches „Pendant“ OSS 117 ist einfach herrlich dämlich, herrlich überheblich, unfassbar gut aussehend, unglaublich rassistisch, herrlich von sich eingenommen – aber dann auch wieder herrlich charmant.

Beide Filme liefern ein zum Bersten überladenes Klischeefeuerwerk, bei dem Jean Dujardin (2012 Oscar für THE ARTIST, 39,90) und Regisseur und Bérénice Bejo-Ehemann Michel Hazanavicius (Regie-Oscar für THE ARTIST) dank perfekten Timings doch eine stattliche Anzahl an Gags zum Zünden bringen. Eigentlich verwunderlich, dass OSS 117 nie über den Geheimtipp-Status hinweggekommen ist. Egal. Oder gut so. Macht auf jeden Fall auch beim x-ten Angucken immer wieder viel, viel Spaß.

Fun Fact zu OSS 117

Kleine Agentenkunde: OSS ist im echten Leben KEIN Kürzel für einen – wie man anhand der Verfilmung und Besetzung vielleicht denken könnte – französischen Geheimdienst. Die heißen beispielweise DCRG, DST, DCRI, DPSD oder DGSE. OSS – ausgeschrieben: Office of Strategic Services – war ein US-Nacchrichtendienst, der von 1942 bis 1945 operierte. Einen echten Agenten OSS 117 gab es natürlich auch: Der hieß mit richtigem Namen William L. Langer und leitete das sogenannte “Research and Analysis Branch“ des OSS.

„Unser“ OSS 117 heißt mit vollem Namen Hubert Bonisseur de la Bath und stammt aus der Feder des französischen Autors Jean Bruce. Der schrieb bergeweise Romane über seinen Geheimdienstler und Frauenheld. Verfilmt wurde eine ganze Reihe der OSS 117-Abenteuer – und zwar zwischen 1956 und 1971 sieben Stück, mit wechselnden Darstellern der Titelfigur. Doch erst die beiden Parodien auf die eher ernsthaften Originale fanden dann ihren Weg auf unsere Bildschirme.

Völlig spaßbefreit: Frederick Stafford 1966 als titelgebender Herzens-und-noch-viel-mehr-Brecher in OSS 117 – TEUFELSTANZ IN TOKIO (OT: ATOUT COEUR À TOKYO POUR OSS 117)

Filmdaten: OSS 117 – DER SPION, DER SICH LIEBTE

OSS 117 – DER SPION, DER SICH LIEBTE
Originaltitel: OSS 117: Le Caire nid d’espions
Genre: Komödie, Action, Spionage
Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, Aure Atika, Philippe Lefebvre, Richard Sammel
Regie: Michel Hazanavicius
Blu-ray-/DVD-Veröffentlichung: 21.08.2009

Filmdaten: OSS 117 – ER IST SICH SELBST GENUG!

OSS 117 – ER IST SICH SELBST GENUG!
Originaltitel: OSS 117: Rio ne répond plus
Genre: Komödie, Krimi
Darsteller: Jean Dujardin, Louise Monot, Alex Lutz, Rüdiger Vogler, Reem Kherici
Regie: Michel Hazanavicius
Blu-ray-/DVD-Veröffentlichung: 02.07.2010

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