Der Manchurian Kandidat: Kritik | WEEKEND-TIPP

DER MANCHURIAN KANDIDAT / Polit-Thriller / Sat.1 / 05.05. / 00:10 – 02:30

Sergeant Raymond Shaw (Liev Schreiber) gerät während des Golfkriegs 1991 im besetzten Kuwait mit einem Konvoi in einen Hinterhalt. Es gelingt ihm mit einer heldenhaften Aktion aber, sich und den meisten seiner Kameraden – darunter Captain Bennett „Ben“ Marco (Denzel Washington) – das Leben zu retten. Zurück in Washington und mit der Tapferkeitsmedaille um den Hals, soll er nun von seiner Mutter (Meryl Streep) mit aller Macht in höchste politische Ämter gepusht werden.

Sein ehemaliger Captain hat den Krieg hingegen nicht so gut überstanden und ein paar seelische Schäden davongetragen. Nacht für Nacht quälen ihn Albträume. Die Ärzte erklären es mit dem „Golfkriegssyndrom“. Ben wird aber stutzig, als er herausfindet, dass noch mehrere seiner ehemaligen Kriegskameraden genau die gleichen Träume haben und sich in deren Träumen genau die gleichen Szenen und Bilder abspielen wie beim ihm. Er vermutet, dass sie alle im Golfkrieg einer Gehirnwäsche unterzogen worden seien. Doch der Einzige, der ihm Glauben schenkt, ist ein Wissenschaftler namens Delp (Bruno Ganz).

 

  

DER MANCHURIAN KANDIDAT ist ein schöner, feiner, aber auch ein bisschen abgehobener Polit-beziehungsweise Psycho-Thriller. Das Original von 1962 ist ein Klassiker: BOTSCHAFTER DER ANGST mit Frank Sinatra, Laurence Harvey, Janet Leigh und unter anderem Angela Lansbury basierte auf der Romanvorlage THE MANCHURIAN CANDIDATE von Richard Condon.

Ein Klassiker ist die Neuverfilmung von Jonathan Demme (DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER, PHILADELPHIA) mit Denzel Washington aus dem Jahr 2004 zwar nicht. Anschauenswert ist DER MANCHURIAN KANDIDAT aber allemal – oder, wie Daniel Schröckert es ausdrückt: „Für einen Sonntagabend genau der richtige Film!”

DER MANCHURIAN KANDIDAT: Jonathan Demme bestimmt die Bildposition, während Denzel Washington vor ihm in Krankenhauskleidung auf einem Tisch liegt.
Regisseur Jonathan Demme mit Hauptdarsteller Denzel Washington am Set von DER MANCHURIAN KANDIDAT (© Paramount Pictures/Everett)

Fun Fact zu DER MANCHURIAN KANDIDAT

Manchurian? Im Original von 1962 steckten Kommunisten aus der im Nordosten Chinas gelegenen Mandschurei (englisch = Manchuria) hinter den Angriffen auf die Hirne der GIs. In der Neuverfilmung taucht der Name in einem anderen Zusammenhang auf: Raymonds Mutter Eleanor hat sich mit der weltweit agierenden Private-Equity-Gesellschaft Manchurian Global zusammengetan, die natürlich – wie immer, wenn es um viel Geld geht – überhaupt nichts Gutes im Sinn hat.

Mitproduzentin von DER MANCHURIAN KANDIDAT ist übrigens die Tochter des Manns, der 1962 die Rolle des Bennett Marco spielte: Tina Sinatra. Vater Frank vererbte ihr die Produktionsrechte, die er sich mit United Artists geteilt hatte.

Filmdaten: DER MANCHURIAN KANDIDAT

DER MANCHURIAN KANDIDAT
Originaltitel: The Manchurian Candidate
Genre: Thriller, Drama
Darsteller: Bill Irwin, Jose Pablo Cantillo, Liev Schreiber, Denzel Washington, Jon Voight, Bruno Ganz, Sidney Lumet
Regie: Jonathan Demme
Kinostart: 11.11.2004

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