Sous Dreilights 2020: 1917 | SPECIAL

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Es ist gerade vorbei, dieses Jahr 2020, und längst fühlt es sich wie ein wirrer Film im Schnelldurchlauf an. Es begann schön. Plötzlich steht die Welt Kopf. Klopapier entpuppt sich als essenzielles Überlebensgut. Es ist Tag, es wird Nacht. Der Pyjama wird zur Uniform. Lockdown. Nummer zwei.
Die Menschheit leidet. Viele sterben. Andere leugnen. Abstand ist die neue Form von Zuneigung. Black Lives Matter. Karens Going Wild. Die Welt steht wieder Kopf. Trump weiß es zum Glück nicht mehr besser. Es gibt ein Impfmittel. Es wird Nacht. Hallo, 2021! Wird jetzt alles gut?!

Einerseits ist die Welt um uns herum entschleunigt. Andererseits kann ich mich nicht daran erinnern, wann es so viele Ereignisse und Emotionen in einem Jahr gab, das wie ein One-Take anmutet. Und so habe ich hoffentlich einen wirren Bogen zu einem weiteren Film-Highlight meines 2020 gemacht: 1917. Ein Kriegsfilm, in dem es gar nicht um den Ersten Weltkrieg selbst geht. Und augenscheinlich als One-Take gedreht. Sam Mendes hat mich mit seinem Kriegsdrama 1917 emotional völlig fertiggemacht. Und das ist durchaus positiv gemeint.

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Nur wenige Stunden aus dem Leben des jungen Soldaten William Schofield (George MacKay), der mit seinem Freund und Kameraden Tom Blake (Dean-Charles Chapman) versucht, das Leben der britischen Soldaten an vorderster Front zu retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem wir fühlen, wie schwer die Seelen dieser jungen Soldaten zu tragen sein müssen. Wow, das klingt pathetisch, aber anders kann ich es nicht ausdrücken.

Selten hat mich ein Film derart gepackt, wie es dieser tat. Es geht nicht um Helden oder Action. Es geht nicht einmal um die Geschichte. Sondern um einen Einblick, eine Momentaufnahme, dessen, wie sich das Leben im Ersten Weltkrieg als junger Mensch angefühlt haben muss. Ja … es geht um Perspektive und Gefühl.
Abgesehen von der unsagbar exzellenten Kameraarbeit von Roger Deakins ist 1917 gerade deshalb auch so besonders, weil die Vorlage zum Drehbuch aus persönlichen Erfahrungen von Sam Mendes’ Großvater stammt. Und trotz all der Tragik, die dieser Film transportiert, finden wir ein paar schöne Momente, Nervenkitzel und sogar Humor. Wie im echten Leben.

Ich kann nicht sagen, wie viel ich geweint habe, wie wütend ich zwischendurch und wie anstrengend die Anspannung war, die ich die Armlehnen meines Kinosessels habe spüren lassen. 1917 ist nicht nur technisch und erzählerisch ein Meisterwerk, sondern auch durch und durch philosophisch. Und das macht diesen Film zum absoluten Highlight 2020.
Meine Lieblingsszenen? Als Schofield in einen kleinen, matschigen Abhang herunterrutscht und mit seiner verletzten Hand im verwesenden Brustkorb eines toten Soldaten landet. Makaber, ja. Ekelhaft, total. Aber vor allen Dingen wahrscheinlich wirklich passiert.

Und hier sind sich auch Antje Wessels und meine Wenigkeit einig:

https://www.fredcarpet.com/meine-bisherigen-lieblingsfilme-2020-antje-wessels-frischefilme-pre-corona-ranking/

Mein Fazit zu 1917: so viele Gefühle. Oh Gott, danke.

1917 FILMINFO

1917
Originaltitel: 1917
Genre: Kriegsfilm
Darsteller: George MacKay, Dean-Charles Chapman, Benedict Cumberbatch, Max Strong, Richard Madden
Regie: Sam Mendes
Kinostart: 16.1.2020
DVD-/Blu-ray-Release: 28.5.2020
Streambar: Sky Ticket, Sky Go

 

 

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