Spider-Man: A New Universe: Kritik | FRISCHE FILME

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE – Multiversum

2002 schlüpfte Tobey Maguire in den rotblauen Anzug und rettete als SPIDER-MAN nicht nur seine Freundin Mary Jane Watson, sondern bewahrte auch New York vor dem Untergang. Das sollte sich mit SPIDER-MAN 2 und SPIDER-MAN 3 noch einmal wiederholen, bis 2012 Andrew Garfield das Zepter übernahm und fortan auf der Leinwand herumkrabbelte. Bei THE AMAZING SPIDER-MAN kann man zwar von einem Reboot der Filmreihe sprechen, das ist allerdings nicht ganz korrekt, aber eben auch nicht ganz falsch.

SPIDER-MAN und THE AMAZING SPIDER-MAN können nämlich parallel existieren und selbst mit SPIDER-MAN: HOMECOMING müssen sich Fans nicht fragen, warum die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft denn jetzt zum dritten Mal neu aufgelegt wurde. Hinter den Kulissen hat das zwar meist finanzielle oder rechtliche Gründe, aber hier soll es gerade einmal nur um die Story gehen. Die Existenz eines Multiversum gibt nämlich allen Filmen die Berechtigung, nebeneinander zu bestehen – zumindest kann das so begründet werden.

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE bedient sich genau dieses Mittels des Multiversum …

Miles Morales

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE – Miles Morales

Miles Morales ist ein ganz normaler Teenager mit den klassischen Problemen eines Heranwachsenden. Zu seinem Dad hat er keinen richtigen Bezug und eigentlich möchte er auch gar nicht auf die neue Schule gehen. Zum Glück gibt es da seinen Onkel, der eh viel cooler ist und ihn eines Abends mit auf eine Graffiti-Tour nimmt. Hier wird Miles von einer Spinne gebissen und fortan hat er Kräfte, die doch sehr Spider-Man ähneln. Peter Parker alias Spider-Man gibt es aber in seinem Universum, er kann also kein Superheld sein – oder etwa doch?

Die Frage beantwortet sich recht schnell, als er in einen Kampf zwischen Goblin, Kingpin und dem „echten“ Spider-Man gerät. Hierbei öffnet sich kurzzeitig ein Portal in ein alternatives Universum, was nicht nur dafür sorgt, dass die ganze Stadt in Gefahr ist, sondern auch, dass fortan mehrere Spider-Men in Miles’ Universum existieren. Gemeinsam müssen die sich nun Kingpin stellen und dafür sorgen, dass alle wieder in ihre Welt zurückkommen.

Spider-Gwen

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE –Jeder kann die Maske tragen

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE ist so ein ganz anderer Superheldenfilm und auf dem doch sehr überfüllten Markt eine angenehme Abwechslung. Der Film hat nämlich nichts mit dem Marvel Cinematic Universe (kurz: MCU) zu tun, sondern steht für sich allein. Es gibt keine Notwendigkeit, bereits andere Superheldenfilme gesehen zu haben, auch wenn einem dadurch zumindest ein paar Anspielungen entgehen werden. Trotzdem funktioniert SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE für sich allein und belebt das Superhelden-Genre auf seine ganz eigene Art.

Das beginnt nicht nur mit dem wirklich einmaligen Look des Films, sondern gelingt ihm gerade durch die Storyline des Multiversum. Denn dadurch erleben wir unter anderem einen älteren Peter Parker als Spider-Man, bei dem nicht alles glatt gelaufen ist, aber auch eine Gwen als Spider-Gwen oder einen Spider-Man Noir. Jeder Figur hat dabei seine ganz eigene Geschichte und seinen ganz eigenen Look. Auch wenn nicht jedem Spider-Man die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird, harmonieren doch alle perfekt miteinander.

Spider-Man, Spider-Gwen, Spider-Man Noir, Peni Parker und Spider-Ham

Im Fokus der Geschichte bleibt aber Miles Morales, der damit zurechtkommen muss, dass er plötzlich Superkräfte hat. Dabei ist er doch nur ein ganz normaler Teenager, aber jeder kann die Maske tragen! Eine kleine, feine Message des Films, die nie zu dick aufgetragen wird, aber doch immer mitschwingt. So erleben wir mit SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE auch einen klassischen Coming-of-Age-Film: Miles versucht, seinen Platz in der Welt zu finden, und da machen es Superkräfte nicht unbedingt einfacher. Zum Glück hat er aber mit dem älteren Peter Parker jemanden an seiner Seite, der ihm im Verlauf des Films zeigt, was es heißt, Spider-Man zu sein.

Denn so laut und bunt der Film auch sein mag, so hat SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE auch seine stillen Momente und zeigt starke zwischenmenschliche Szenen, die ans Herz gehen. Selbst Kingpin hat eine Motivation, die zwar schnell erklärt ist, aber dafür umso verständlicher ist.

Was der Film daneben noch kann und was am Look so besonders ist, erfahrt ihr in unserer Videokritik.

Filmdaten: SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE
Originaltitel:  Spider-Man: Into the Spider-Verse                                                                                              Genre: Animation, Action
Stimmen (Originalfassung): Shameik Moore, Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Mahershala Ali, Brian Tyree Henry
Regie: Bob Perschetti, Peter Ramsey, Rodney Rothman
Kinostart: 13.12.2018

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