Wie würde Oscar eigentlich heißen, wenn er eine Frau wäre? | ELMARS HOLLYWOOD

TIMES ARE CHANGING. Nö – das ist nicht der nächste 007-Titel. Also nicht Bond 26. Ihr merkt schon: Für James ist da längst kein Platz mehr. Der James ist unter den Tisch gefallen. Allerdings auch jetzt schon. Bei Bond 25. Der am 2. April 2020 (ein Aprilscherz ist damit schon mal ausgeschlossen!) in unsere Kinos kommt. Und – wenn die Trailer uns nicht trügen – noch von einem echten Kerl verkörpert wird. Daniel Craig. Bei seiner Abschiedsvorstellung. Also als Doppelnull. Einmal noch eine richtig gute Figur machen. Den Fans zuliebe. Und für die Galerie. In Richtung Juroren der großen Film-Awards hingegen ist jeder Handkantenschlag ohnehin vergebene Liebesmüh. Zu halsbrecherisch mögen die es nämlich nicht. Und zu mainstreamig schon mal gar nicht. Und nun heißt es für Craig und Co. auch noch: Allerhöchste Eisenbahn! Falls sich nämlich das bestätigt, was Elmar Biebl beim Resümieren des letzten Filmjahres ins Auge gestochen ist … dann: Gute Nacht, James! Und zwar von jetzt an ohne allzeit bereite und stets willfährige Gefährtinnen. Warum? Das lasst euch mal besser von Elmar erläutern …

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Stephan Temp: Portätbild

In Hollywood wird die Rolle rückwärts gerade zur Vorwärtsbewegung

Times are changing. Wie man das am besten erklärt? Vielleicht so: Times are changing ist, wenn alle Produzenten, Studios und Lieferanten von Kinoware nun endlich auch mal gemerkt haben, wo der Hase derzeit eigentlich langläuft, und in der Folge dieser Erkenntnis ihre Filme nun allesamt auch über eigene Streaming-Plattformen an die Frau und den Mann bringen. Quasi (na ja … nicht ganz) frei Haus. Und zwar einzeln, scheibchenweise, als auch komplett am Stück, bingemäßig. Das also ist „Times are changing“? Nein! Times are changing ist, wenn sich im gleichen Atemzug die Mutter aller Streaming-Plattformen, nämlich Netflix, dazu entschließt, Kinos zu kaufen, um ihre Filme und wahrscheinlich auch Serien dem erlauchten und wissenden Publikum im für Filme und Fans immer noch bestmöglichen Umfeld vorführen zu können. Und dazu aktuell darüber nachdenkt, die Folgen einer neuen Serie oder nächsten Staffel einfach nicht mehr auf einen Schlag wie mit dem Maßkrug über der neugierigen Fan-Gemeinde auszugießen, sondern dem dürstenden Serienvolk immer schön in kleinen Schlucken zu kredenzen. Einfach die Rolle rückwärts als Vorwärtsbewegung zu verkaufen – DAS ist „Times are changing“.

Inwiefern sich die Zeit auch bei den Golden Globes, den Oscars und den anderen großen Filmpreisen der diesjährigen Award Season weiterdreht oder weitergedreht hat: Nach der heutigen Verkündung der Nominierungen zu den 77. Golden Globe Awards sind wir sicher schon wieder ein Stück schlauer. Auch in Hinsicht darauf, wie es den altehrwürdigen Awards gelingt, auf das „Times are changing“ in Hollywood und im globalen Filmbusiness zu reagieren. Die Neuen einzufangen. Dass das Kino in diesen Tagen zu kämpfen hat, ist die eine Sache. Aber wenn sich neben Globes, Oscars & Co. noch eine Award-Parallelwelt bilden würde … wäre das ganz sicher nicht im Interesse aller Filmfans weltweit.

Um noch einmal auf Elmar und die von ihm beobachtete Entwicklung zurückzukommen: Die Globes können sich da ganz entspannt zurücklehnen. Weltkugel bleibt Weltkugel. DER Globus? DIE Weltkugel? Egal! Aber die Oscars … was machen die eigentlich, wenn die Frauen – wie von Elmar als Fazit eines Filmjahres aufgedeckt – jetzt die Macht auf der Leinwand übernehmen? Schon mal darüber nachgedacht? Wie würde Oscar eigentlich heißen, wenn er eine Frau wäre?

 

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