Colette: Kritik | FRISCHE FILME

Sidonie-Gabrielle Colette war wohl die bekannteste Schriftstellerin des 20. Jahrhunderts in Frankreich und hat eine ganze Generation geprägt, wie es keine andere Frau damals geschafft hat. Colette, wie sich die Schriftstellerin selbst nannte, brach mit dem damaligen Frauenbild, zog als Pantomime durch das Land und schrieb über sämtliche Tabuthemen. Ihre Figur der Claudine hatte den größten Impuls in der damaligen Zeit und ist bis heute bekannt. COLETTE – EINE FRAU SCHREIBT GESCHICHTE versucht, das Leben dieser einzigartigen Frau auf die Leinwand zu bringen …

Alles beginnt in Burgund

Sidonie-Gabrielle Colette (Keira Knightley) lebt mit ihren Eltern im kleinen Örtchen Burgund. Willy (Dominic West) besucht die Familie des Öfteren, natürlich nur, um seine große Liebe Sidonie zu treffen. Trotz der damaligen Konventionen, dass die Eltern der zukünftigen Braut stets eine Mitgift in die Ehe bringen, verzichtet Willy darauf und nimmt Sidonie mit nach Paris, wo sie ein gemeinsames Leben beginnen.

Willy ist Schriftsteller, allerdings kein besonders erfolgreicher. Er lässt diverse Ghostwriter für sich arbeiten und veröffentlicht den Stoff dann unter seinem Namen. Momentan läuft es aber nicht wirklich gut für ihn und die Rechnungen wollen bezahlt werden, darum lässt er seine Frau ebenfalls etwas schreiben. Sidonie, die sich in Paris nun Colette nennt, hat mit ihrem Werk vollen Erfolg und vor allem junge Mädchen erkennen sich in ihrer Figur der Claudine wieder. So hören wir im Laufe des Films auch immer wieder die berühmten Zeilen „Mein Name ist Claudine, ich lebe in Montigny; ich wurde 1884 dort geboren; hier werde ich aller Voraussicht nach nicht sterben.“

Das Besondere an Colette

Der Zuschauer erfährt in COLETTE – EINE FRAU SCHREIBT GESCHICHTE aber nie wirklich, was es jetzt eigentlich ist, was die Bücher von Colette so besonders machen. An unterschiedlichen Stellen wird erwähnt, dass sie das Frauenbild verändert habe und auch in der Optik der jungen Mädchen erkennen wir eine Veränderung, der Rest bleibt aber leider im Verborgenen. Es ist daher dem Zuschauer überlassen, das Verhalten von Colette in ihren Geschichten zu interpretieren und daraus Schlüsse zu ziehen.

Dafür zeigt der Film aber umso mehr die Beziehung zwischen Willy und Colette und bringt das Frauenbild dabei zu keiner Zeit in die Opferrolle. Am Ende zeigt COLETTE – EINE FRAU SCHREIBT GESCHICHTE zwar ein Bild von einer Frau, die mit den damaligen Konventionen bricht, aber der Film lässt leider vermissen, wodurch die Gesellschaft so von Colette angetan ist. Ein tieferer Blick in die Gedanken von ihr hätte hier sicherlich gutgetan. Was bleibt, sind eine Liebesgeschichte und der Lebensweg von Colette. Wer die Faszination um die Schriftstellerin erfahren möchte, wird sich auch nach dem Film noch informieren müssen. Das macht COLETTE – EINE FRAU SCHREIBT GESCHICHTE zu keinem schlechten Kinobesuch, aber lässt eben leider den eigentlichen Grund vermissen, warum gerade die Biografie der bekannten Schriftstellerin Colette ausgewählt wurde.

Filmdaten: COLETTE – EINE FRAU SCHREIBT GESCHICHTE

COLETTE – EINE FRAU SCHREIBT GESCHICHTE
Originaltitel: Colette
Genre: Drama, Biografie
Darsteller: Keira Knightley, Dominic West, Eleanor Tomlinson
Regie: Wash Westmoreland
Kinostart: 03.01.2019

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Colette – Eine Frau schreibt Geschichte

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