FRISCHE FILME | The Witch

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Mein nächstes Sorgenkind nennt sich „The Witch“ und ist das Regiedebüt von Robert Eggers. Warum Sorgenkind? Nun, weil es zum einen als Horrorfilm deklariert wird und über die darf an ja nie zu viel verraten. Zum anderen geht „The Witch“ mit etlichen Vorschusslorbeeren an den Start. So twitterte Stephen King zum Beispiel, dass er ihm eine Höllen-Angst eingejagt habe. Und auch die Kritiker warfen mit Lob nur so um sich. Das schürt natürlich teuflisch hohe Erwartungen. Und demzufolge fiel dann auch der Frust beim US-Publikum hoch aus, als es merken musste, dass „The Witch“ eben kein reines Schreck-Fest ist.

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Unschwer zu erkennen: „The Witch“ geht in der Geschichte weit zurück. Neu-England, 1630, eine zutiefst puritanische Familie zieht in die Wildnis um ein wahres christliches Leben zu führen. Doch es soll anders kommen. Erst bleibt die Ernte aus, dann verschwindet das jüngste Kind und die Familie beginnt immer mehr sich gegenseitig zu beschuldigen. Am stärksten trifft es Tochter Thomasin. Ist sie womöglich ein Hexe?

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Im Klartext: Wer von „The Witch“ modernen US-Grusel wie „Conjuring“ oder „Insidious“ erwartet, ist im falschen Film. Es gibt keine Jump Scares. Die Optik ist bewusst so naturalistisch wie ein Bild von Albrecht Dürer. Und die Sprache ist selbst auf Deutsch fast so undurchdringlich wie der Wald, an dem die Familie lebt. Kein Wunder, das alles hier basiert auf originalen Schriftstücken, überlieferten Sagen oder Tagebucheinträgen. Wer aber Filme wie „Rosemary’s Baby“, „A Field in England“, „It Follows“ oder „Das weiße Band“ von Michael Haneke mag, der sollte dem düsteren Psycho-Drama-Märchen eine Chance geben.

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Eggers geht es um eine drückende Stimmung. Um konsequent aufgebaute Beklemmung. Aber auch um religiösen Wahn und wie eine Einheit zwischen den Fronten von Gut und Böse aufgerieben wird. Dabei lässt er offen, was das schlimmere Übel ist: der Fundamentalismus der Familie oder das, was in den Wäldern lauert. Aber zusammen mit Komponist Mark Korven und Kameramann Jarin Blaschke gelingen ihm dazu ein paar unerträglich intensive und anspannende Momente. Doch am stärksten sind die Schauspiel-Newcomer. Allen voran Harvey Scrimshaw, der als ältester Sohn eine der besten Kinder-Darstellungen seit Jahren abliefert.

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Kurzum: „The „Witch“ ist ein mutiges, höchst akkurates und eigenwilliges Werk. Ein Film den man auf mehrere Arten lesen kann. Und auch wenn mir die letzten 10 Minuten nicht so wirklich gefallen haben, möchte ich ihn doch den Filmliebhabern unter uns ans Herz legen. Denn er ist alles andere als der gängige Malen-nach-Zahlen-Horror, der uns sonst so oft auf die Netzhaut gelegt wird.

Weiter zur FRISCHE FILME-Kritik zu X-MEN: APOCALYPSE!

 

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