KINO TO GO | Okja

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Der junge Mija hat sich zehn friedliche Jahre lang in den Bergen Südkoreas um ein Superschwein gekümmert. Und Okja, so heißt das so riesige wie sanftmütiges Tier, ist ihre beste Freundin geworden. Doch ihre idyllische Welt gerät aus den Fugen, als der Großkonzern Mirando, der Okja einst geschaffen hat, sein Eigentum zurück fordert. Im Auftrag der selbstverliebten Geschäftsführerin Lucy Mirando wird Mijas Gefährtin nach New York entführt, um das Wesen für ihre Firmenzwecke einzuspannen. Das kann und will Mija nicht zulassen. Ohne stabilen Plan aber voller Tatendrang startet sie eine abenteuerliche Rettungsaktion. Und bei dieser muss sie sich nicht nur mit gierigen Kapitalisten, sondern auch idealistisch schrägen Tierschützern auseinandersetzen.

Wie manch einer vielleicht schon weiß bin ich ein großer Fan des koreanischen Monsterfilms THE HOST. Deswegen war ich sehr erfreut als Netflix bekannt gab, dass sie OKJA produzieren und ins Programm bringen. Denn er ist vom gleichen Regisseur: Bong Joon Ho. Und der hat erneut einen Film geschaffen, der fast mühelos mit Tonlagen und Genres jongliert, ohne dabei auf den Spaß, noch auf eine bissige Botschaft zu verzichten.

Okja / Copyright: Netflix

Trotzdem wurde bei seiner Weltpremiere in Cannes kräftig gebuht; eben weil der Film nur über Netflix und nicht in die Kinos kommt. Aber wenn wir ehrlich sind: Ohne Netflix und auch Brad Pitts Produktionsfirma Plan B würde es ein originelles, eigensinniges Werk wie OKJA nicht geben. Schon gar nicht in den USA. Dafür wird in diesem Familienfilm zu viel geflucht. Und dafür wird das momentane US-Kino zu sehr von vermeintlich sicheren Sequels, Prequels, Reboots oder zarter Einheitsware dominiert.

Doch OKJA ist alles andere als zart. Obwohl sein Anfang, der fast wortlos den Bund zwischen Newcomerin Seo-Hyun Ahn und dem gut getricksten Superschwein zeigt, so süß wie sympathisch ist. Doch das, was sich wie der erste Realfilm des Ghibli Studios anfühlt, wandelt sich schon bald in eine Art Spielberg-Abenteuer mit Spaß, Herz, gut abgestimmter Action oder einer rettenden Ladung Schweine-Köttel. Und es endet als so grimmige, düstere und zum Teil verstörende Abrechnung mit der Kapitalismus- und Fleischgesellschaft. Ein Dystopie, in der es um Folter, Verzweiflung, Vergewaltigung und Vernichtungsanlagen geht. Man mag es kaum glauben, nachdem zum Einstieg ein Mädchen ins Maul ihres Monsters kriecht, um ihm die Zähne zu putzen.

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Perfekt ist OKJA deswegen aber noch nicht. Es gibt Szenen, die wirken einfach nicht ganz feingeschliffen. Genauso wie die „Du bist, was du isst“-Message. Die größten Probleme dürfte aber das Overacting der zwei bekanntesten Darsteller bereiten. Das kann man bei Tilda Swinton noch halbwegs nachvollziehen, da sie eine Doppelrolle spielt und sichtlich Spaß daran hat. Aber Jake Gyllenhaal und seine Fistelstimme sind eine Herausforderung, die stark am Ruf des Mannes zweifeln lassen. Das reicht aber nicht, um den Film zu ruinieren. Dafür ist der Rest zu gut, zu einzigartig, die Denkanstöße zu wichtig und der Nachgeschmack zu bitter. Ein Happy End geht anders. Kurz gesagt: eine unvergleichliche Fantasy-Fabel, die ans Herz und an die Nieren geht. Weiter so Netflix.

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Okja

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*** Okja
Genre: Action, Adventure, Drama
Darsteller: Tilda Swinton, Paul Dano, Seo-Hyun Ahn
Regie: Joon-ho Bong
Start: 28. Juni 2017

 

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