FIRST STEPS 2019 | Interview mit Ehren-Preisträgerin Andrea Hohnen

Herumgesprochen hat es sich schon, oder? Also, dass Andrea Hohnen, künstlerische Leiterin der FIRST STEPS, nach 20 Jahren zur Abwechslung mal einen eigenen „First Step“ macht. Eine Reihe weiter nach hinten. Oder eine Etage höher. So etwas in der Art halt. Andrea hat beschlossen, dass jetzt mal andere, vielleicht auch jüngere, das Ruder beim wichtigsten deutschen Nachwuchs-Filmpreis in die Hand nehmen. „Loslassen“ heißt das in der Jetzt-Sprache. Und Andrea kann loslassen. Bewundernswert. FIRST STEPS war ihr „Baby“. Das wird es sicherlich auch immer irgendwie bleiben. Von Bernd Eichinger und Nico Hofmann stammte die Eingebung. Aber sie hatte das Konzept im Kopf. Das Konzept für eine Erfolgsgeschichte. FIRST STEPS ist nicht einfach nur der „kleine Deutsche Filmpreis“. FIRST STEPS ist … ach, das soll sie euch einfach selbst erzählen. Sandra Rieß hatte am Rande der Proben zu der Preisverleihung 2019 die Gelegenheit zum Gespräch mit Andrea Hohnen, die in diesem Jahr übrigens den Ehrenpreis bekommt. 20 Minuten Interview. Über 20 Jahre FIRST STEPS. Hier ist es:

Stephan Temp: Portätbild
Meine erste Begegnung mit Andrea Hohnen? Weiß ich noch wie gestern. 2015. Wenige Wochen vor dem 14. September, dem Tag der – ich muss mal schnell rechnen – 16. FIRST STEPS Verleihung. FredCarpet war noch nicht mal richtig geboren. War noch ganz frisch. Steven Gätjen mit Interviews, live (!) übertragen vom roten Teppich am – damals noch – Marlene-Dietrich-Platz. Das sollte unsere Feuertaufe sein. Die FIRST STEPS sollten auch unsere first steps sein. Was, nebenbei bemerkt, auch geklappt hat. Aber zurück zu Andrea Hohnen. Sie war – glaube ich – die letzte Person, die sich dem Vorbesprechungs-Meeting hinzugesellte. Und den Raum irgendwie gleich komplett für sich einnahm. Ich weiß nicht, ob der, der sich das Attribut „lebendig“ in Bezug auf Menschen hat einfallen lassen, jemals jemandem wie Andrea Hohnen begegnet ist. Oder ihr vielleicht persönlich. Dann nämlich hätte er sich bestimmt noch ein treffenderes Attribut einfallen lassen. Oder ein paar Abstufungen … weiter nach oben.

Heute Morgen im Bus bin ich bei Instagram (sorry, Andrea … ich weiß … Instagram …) über ein von Variety veröffentlichtes Zitat von Robert Pattinson gestolpert, in dem er seine Liebe zum Filmgeschäft begründet: „There’s something about people who work in the film industry – they very much wear their heart and dreams on their sleeve. There’s so much desire falling out of them. I think people in other jobs, their dreams aren’t valued as highly. Also, there’s nowhere to put them.” Weiß nicht. Aber irgendwie ist mir – zack – sofort Andrea Hohnen eingefallen. Mit einem Unterschied: Wenn es in dieser ganzen Welt des Films, bei den Produzenten, den Schauspielern, den Autoren, den Regisseuren, den Kameraleuten, den Licht- und den Tonleuten und all jenen, die ich jetzt nicht aufgezählt habe, so viele Menschen gibt, die für diesen „Job“ mit voller Begeisterung brennen: Dann sind das alles hell und hoch lodernde Lager-, Oster- oder Biikefeuer. Andrea Hohnen aber ist unter all denen ein Bunsenbrenner. Mehr Feuer geht nicht. Mehr Feuer kann man nicht haben.

Und ich bin mir – FIRST STEPS hin, FIRST STEPS her – ganz sicher: Es wird immer weiterbrennen. Und das genauso hell.

 

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