Golden Globes- & HFPA-Krise: Das Aus für die Golden Globes kann sich Hollywood überhaupt nicht leisten!

Wir hören hin. Was ihr sagt. Was ihr meint. Gucken hin. Was ihr in die Kommentarspalten schreibt.

Hätte die Hollywood Foreign Press Association vielleicht auch besser mal gemacht. Aufmerksam hingehört. Was so geredet wird. Offen. Oder hinter vorgehaltenen Händen. Und aufmerksam gelesen – vor allem auch zwischen den Zeitungszeilen. Elmar Biebl hat die Versäumnisse ja bereits offen zugegeben. Aber sich auch gegen aus seiner Sicht falsche Vorhaltungen gewehrt. Im letzten Teil seiner HFPA Insights erklärt Elmar, was sich ab sofort beim Zusammenschluss der Auslandspresse verändern soll – und was die Golden Globe Awards für die Filmindustrie und ihre Stars im Prinzip unverzichtbar macht.

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Uns fragt ja keiner – aber so könnten WIR uns die Golden Globes der Zukunft vorstellen

Im Prinzip hat die HFPA doch schon mal – Weitsicht? Genialität? Glück? – eine Menge richtig gemacht. Der überwiegende Teil der Mitglieder, pardon Mitglieder:innen ist weiblich. Da können nun wirklich nicht alle Organisationen oder Interessenverbände mit punkten. Dann hat man sich zeitig dazu entschlossen, auch Preise in Kategorien zu vergeben, die eben nichts mit dem klassischen Film, mit der Institution Kino und mit großen Leinwänden gemein haben. Sicher: Das mit dem Fernsehen, dem TV, war ursprünglich natürlich ganz anders gemeint (und ist es ja auch immer noch). Aber dann kamen zuerst die Pay-TV-Kanäle wie HBO & Co. … und dann das Streaming. Netflix, Amazon Prime, Apple TV+. Und zack – lag die HFPA, lagen die Golden Globes mit einem Mal so richtig goldrichtig. Konnte zwar keiner (keiner!) vorhersehen. Aber in Zeiten der Pandemie, Filmstartflaute und Kinoschließungen war und ist das noch einmal ein entscheidendes Plus. Aber ein Minus gibt’s natürlich auch.

Die mangelnde Diversität? Na ja – da kann man drüber streiten. Aber das Alter, das ist sicherlich ein Aspekt. Auch das der HFPA-Mitglieder. Aber vor allem das der in dieser Organisation vertretenden und durch sie repräsentierten Medien. Der in vielen Foren und Diskussionen immer wieder „geforderte“ und auftauchende „Publikumspreis“, also eine Auszeichnung, die auf der Meinung und dem Votum ganz vieler – sprich Internetusern, Streamingnutzern, Filmfreunden, Kinofans – basiert: Hmmm… sehen wir skeptisch. Die Weisheit der Vielen wäre hier mit Sicherheit kein Gewinn. Hätte keinen Mehrwert. Aber wie steht es um die vielen Film-Blogger, Betreiber von Film-Foren und YouTube-Kanälen? Also um die Schröckerts, Wessels‘, Gätjens dieser Welt? Die mit ihren Meinungen, ihren Kritiken oder Filmanalysen weltweit eine stattliche Zahl von Kinogängern und Filmkonsumenten mit ihrem Wissen versorgen, für Filme begeistern oder in ihrem eigenen Urteil bestärken? Und die – im Gegensatz zu den Journalisten der traditionellen Medien – nicht auf einer medialen Einbahnstraße unterwegs sind, sondern zu ihren Followern, Usern, Lesern, Zuhörern und Zusehern ein Art B-to-C-Verhältnis auf Gegenseitigkeit pflegen. Die ganz genau wissen, wie ihre überwiegend filmkundigen Anhänger ticken – und das für sich sehr gut und genau einzuordnen wissen. Mit genau diesem Wissen und der eigenen Expertise wären sie mit Sicherheit ein Gewinn für eine Jury, die über eine Menge nicht gerade unbedeutende Filmpreise zu entscheiden hat.

Also: Uns fragt ja keiner. Aber falls uns doch mal jemand fragt…

2 Kommentare
  1. Andreas Kommentar

    Offensichtlich interessiert sich außerhalb von Hollywood ohnehin kaum noch jemand für diese langweiligen Award-Galas. Die Einschaltquoten der letzten Oscars und der Golden Globes sprechen da doch Bände. Einfach aufhören mit dem Quatsch!

    1. FredCarpet
      FredCarpet Kommentar

      Sicher kann über diese Preise diskutieren… wie über alle Preisverleihungen dieser Welt. Aber was die TV-Quoten angeht: Da kommen die Oscars von ehemals über 40 Millionen… und sind mittlerweile (ohne Corona) bei rd. 22 Millionen angekommen. Und die Globes sind inzwischen bei rd. 20 Millionen angekommen… aber von unten kommend. Und sooooo schlecht sind diese Ratings ja nun nicht… und den großen Networks ABC bzw. NBC ja auch einiges an Geld wert. Scheint also schon noch ein paar Menschen zu interessieren.

 

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