Heaven´s Gate – Das Tor zum Himmel: Kritik | WEEKEND-TIPP

HEAVEN’S GATE – DAS TOR ZUM HIMMEL / Westernepos / 3sat / 01.02. / 22:25 – 01:55

1890 ist das sogenannte Johnson County, ein Landstrich in Wyoming, ein beliebter Anziehungspunkt für europäische Einwanderer: Für Ungarn, für Tschechen, für Russen, für Polen, aber auch für Iren und Skandinavier. Sie alle bekommen von der Regierung jeweils ein kleines Stück Land, das sie dann urbar machen dürfen. Was den schon zuvor ansässigen, örtlichen Rinderbaronen natürlich ein Dorn im Auge ist, die daraufhin das Gesetz in die eigenen Hände nehmen, die Neu-Ankömmlinge solcher Vergehen wie Vieh-Diebstahl und Anarchie beschuldigen, Todeslisten aufstellen und Auftragskiller engagieren, um „ihr“ Recht durchzusetzen. Dabei kommt es auch zum Aufeinandertreffen der ehemaligen Studienfreunde Jim Averill (Kris Kristofferson) und William C. „Billy” Irvine (John Hurt). Letzterer ist Mitglied der Rancher-Vereinigung – und verrät seinem Ex-Kumpel und Jetzt-Sheriff im Suff den schrecklichen Plan…

Berühmt-berüchtigter Klassiker. Berühmt (und berüchtigt auch) dafür, dass er an der Kinokasse kolossal gefloppt ist. Vielleicht auch etwas schwülstig inszeniert. In erster Linie hatte HEAVEN’S GATE aber das Pech, dass er von der Kritik als zu „unamerikanisch“ abgestraft wurde. Will sagen: der Film wurde wirklich schlechter geredet, als er dann tatsächlich ist. Wer auf ambitionierte, großartig ausgestattete und warum nicht auch melodramatisch inszenierte Spätwestern steht, der sollte sich diesen Film angucken. Kris Kristofferson macht eine gute Figur. Schröck: „Am Anfang gibt es einen richtig geilen Shot über eine riesige Allee, wo zig Kutschen umherfahren und die Häuser links und rechts der Straße alle originalgetreu nachempfunden sind: Allein für diesen Schwenk über diese Kulisse lohnt sich dann dieses – zugegeben – etwas lange Werk.”

Oscar Fun Fact zu HEAVEN’S GATE – DAS TOR ZUM HIMMEL

13.200 Minuten Material für einen Film von (in seiner längsten Fassung) 219 Minuten. Das ursprüngliche Budget von ursprünglich (für einen Western) schon astronomischen 20 Millionen Dollar am Ende locker ums Doppelte überzogen. Schließlich eines der renommierten Studios Hollywoods – United Artists – nahezu in den Bankrott getrieben. Und nebenher noch für einen der meisterzählten Branchenwitze gesorgt – nämlich den, dass Michael Cimino wegen seines Perfektionismus bereits nach vier Drehtagen fünf Tage im Rückstand sei.

Christopher Walken als Scharfschütze Nathan D. Champion bekommt Regieanweisungen von Michael Cimino

Für all die Mühen, den Hohn und Spott, das viele Geld und trotz des Staraufgebots, gab’s am Ende lediglich EINE Oscar-Nominierung: In der Kategorie „Bestes Szenenbild” – und zwar für Tamby Larsen und James L. Berkey. Diesen Oscar gewannen dann aber Leslie Dilley, Michael D. Ford und Norman Reynolds für JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES  – der übrigens „nur“ 18 Millionen Dollar gekostet hatte.

Filmdaten: HEAVEN’S GATE – DAS TOR ZUM HIMMEL

HEAVEN’S GATE – DAS TOR ZUM HIMMEL
Originaltitel: Heaven’s Gate
Genre: Drama, Western, Abenteuer
Darsteller: Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Jeff Bridges, Willem Dafoe, Isabelle Huppert, Mickey Rourke
Regie: Michael Cimino
Kinostart: 01.03.1985

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