Underwater – Es ist erwacht: Daniel Schröckerts Review | KINO TO GO

Bei Steven Spielberg hieß es: „Wir werden ein größeres Boot brauchen.“ Bei Ridley Scott hieß es: „Im Weltraum hört dich niemand schreien.“ Und bei mir heißt es: Wie biege ich aus den zwei Zitaten eine vernünftige Einleitung zu UNDERWATER hin?

Nun, sowohl DER WEISSE HAI als auch ALIEN sind unbestritten zwei Meilensteine für das Thriller-, Horror- oder Science-Fiction-Genre. Natürlich kann man immer gerne darüber streiten, ob sie jeweils inszenatorisch oder auch inhaltlich und schauspielerisch wirklich fehlerfrei sind. Aber es lässt sich eben nur mühsam abstreiten, dass diese zwei Streifen eine wahrhaft riesige Menge an anderen Filmen „inspiriert“ haben. Und natürlich wurden auch Spielberg und Scott von Filmen, Büchern, Bildern oder Comics beeinflusst, mit denen sie groß geworden sind. Ich vermute einfach mal ins Blaue, dass DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS oder 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER keinen allzu geringen Stellenwert in ihrem Leben einnehmen.

Aber für mein popkulturelles Verständnis sind nun mal vor allem ALIEN und DER WEISSE HAI für eine ganze Reihe von Streifen verantwortlich, mit denen ich aufgewachsen bin und die ich dann im Lauf der Jahre zum Teil auch schätzen oder lieben gelernt habe. Die Rede ist von diesen Unterwasser-Thrillern, die von Katastrophen, Kreaturen oder krassen Phänomenen angetrieben werden. Also die Filme, die sich gedacht haben, dass dich auch im Ozean niemand schreien hört. Oder dass auch noch größere Boote gegen Naturgewalten verlieren können. Und dass es eben nicht immer nur Boote oder auch U-Boote sein müssen (deswegen möchte ich in diesen Zeilen auch DAS BOOT als Inspiration ausklammern, da sowohl das Genre des „U-Boot-Films“ als auch Petersens Tauchfahrt für mich einen besonderen Stellenwert einnehmen).

Damit meine ich vor allem James Camerons THE ABYSS, den ich einfach ganz tief in mein Herz geschlossen habe. Die Effekte, der Aufwand, die Farben, die Darsteller, die Story um Ölbohrer, Nuklearraketen und eine völlig neue Lebensform auf dem Grund des Ozeans – das erreicht mich immer noch auf allen Ebenen. Aber auch die beiden anderen Tiefsee-Thriller aus dem Jahr 1989 werden auf ewig einen Platz in meinem Herzen haben: LEVIATHAN und DEEP STAR SIX, den ich tatsächlich immer noch ein wenig mehr mochte – eben, weil er auch auf solch einer Station in den Tiefen des Meeres spielt. Bleibt man streng bei solchen Einrichtungen unter Wasser, kam im Lauf der Jahre nicht mehr allzu viel Vergleichbares dazu. SPHERE und DEEP BLUE SEA würde ich dazuzählen (auch, wenn Letzterer problemlos als Hai-Horror bezeichnet werden kann). Oder eher Billiges wie DARK DESCENT. Vielleicht geht auch noch MEG – auch, wenn der ebenfalls im Haifischbecken schwimmt.

Daher hatte ich mich doch ein bisschen mehr auf UNDERWATER gefreut. Nicht nur, weil er von William Eubank ist, den ich seit THE SIGNAL ganz spannend als Regisseur finde, sondern, weil er auf einer gigantischen Bohrstation, sieben Meilen tief unter der Wasseroberfläche, spielt. Ob UNDERWATER meine Erwartungen erfüllen, mich überraschen oder doch nur ernüchtern konnte, erfahrt ihr im Video. Viel Spaß!

Daniel Schröckert

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Filminfo: Underwater – Es ist erwacht

UNDERWATER – ES IST ERWACHT
Originaltitel: Underwater
Genre: Action, Thriller, Sci-Fi
Darsteller: Kristen Stewart, T.J. Miller, Jessica Henwick, Vincent Cassel, John Gallagher Jr.
Regie: William Eubank
Kinostart: 9.1.2020
DVD-/Blu-ray-Release: 20.5.2020
Streambar: Kein Flatrate-Anbieter

 

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