Captain Phillips: Kritik | WEEKEND-TIPP

CAPTAIN PHILLIPS / Geiseldrama / RTL II / 22.06. / 20:15 – 22:55

April 2009. Das US-amerikanische Containerschiff „Maersk Alabama“ macht sich von Oman aus auf den nicht ganz ungefährlichen Seeweg nach Mombasa – und wird prompt und nach vergeblichen Abwehrversuchen vor der somalischen Küste von Piraten gekapert. Kapitän Richard „Rich“ Phillips (Tom Hanks) bleibt nichts anderes übrig, als seine Crew soweit es geht an Bord in Sicherheit zu bringen – um sich dann selbst den Piraten und deren Anführer Abduwali Muse (Barkhad Abdi) in den Weg zu stellen und als Geisel anzubieten. Als die Piraten merken, dass sie der Crew nicht habhaft werden können, sie somit auch keine vollständige Kontrolle über das Schiff erlangen können und sich im Bordtresor auch nur lumpige 30.000 Dollar befinden, reift beim selbsternannten Kapitän Muse Plan B: Mit dem Rettungsboot der „Maersk Alabama“ und CAPTAIN PHILLIPS im Schlepptau will man sich an die Küste flüchten, um dann von dort aus Lösegeld für den Amerikaner zu fordern. Doch die Somalis haben ihre Rechnung ohne die US-Marine gemacht…

Paul Greengrass’ (GREEN ZONE, JASON BOURNE) Verfilmung einer wahren Begebenheit. Oder zumindest orientiert an einer wahren Begebenheit. Nervenkitzelnd. Spannend. Kurzweilig. Irgendwie wird man die ganze Zeit die an sich selbst gestellte Frage nicht los: Was würde eigentlich ICH in so einer Situation machen? „Und weil man … gern unter seinesgleichen bleibt, hat er für sein Tatsachen-Drama kein Geringeren als Tom Hanks verpflichtet. Die ideale Wahl.“ Sagt Steven Gätjen. In dem Fall allerdings über Tom Hanks als SULLY (Regie: Clint Eastwood). Das von Steven bei SULLY hochgelobte Feingefühl und die Zurückhaltung Hanks’ bei der Darstellung eines Helden, der kein Held sein will: Trifft 1:1 auch auf CAPTAIN PHILLIPS zu. Und um die FRED-Meinungen komplett zu machen: Antje Wessels listet CAPTAIN PHILLIPS übrigens in ihren „Zehn Filme(n), die mich zum Weinen bringen“ auf.

Fun Fact zu CAPTAIN PHILLIPS

Die Rolle des Piratenanführers Muse spielt der amerkanisch-somalische (damals noch) Schauspiel-Neuling Barkhad Abdi – und zwar so überzeugend, dass er 2013 gleich mit einem BAFTA-Award als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde. Als erste richtige Gage bekam er für seine Darstellung vergleichsweise geringe 65.000 Dollar. Kleiner Zahlenvergleich zu Somalia: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt in dem afrikanischen Staat bei 300 Dollar – im Jahr! Und 30.000 Dollar entsprechen ungefähr der Summe, die ein Sonst-Fischer-nun-Pirat als Anteil bekommt, wenn sein „Einsatz“ inklusive Entführung eines anschließend gegen Lösegeld ausgelösten Schiffes erfolgreich war. Inzwischen dürfte Barkhad Abdi weit höher gehandelt werden: Zu sehen war er seit CAPTAIN PHILLIPS zum Beispiel in DER SPION UND SEIN BRUDER, in GOOD TIME, in BLADE RUNNER 2049 und 2017 neben Al Pacino und Melanie Griffith unter der Regie von Bryan Buckley in … THE PIRATES OF SOMALIA.

Filmdaten: CAPTAIN PHILLIPS

CAPTAIN PHILLIPS
Originaltitel: Captain Phillips
Genre: Drama, Thriller
Darsteller: Tom Hanks, Catherine Keener, Barkhad Abdi, Barkhad Abdirahman, Michael Chernus
Regie: Paul Greengrass
Kinostart: 14.11.2013

Streamer

Starz-Amazon, Sky Go

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