Francis Ford Coppolas Familiengeschichte (1/2): Kassenerfolg mit Überlänge | ELMARS HOLLYWOOD

Streamer berauben Studios ihrer Träume. Das Kino leidet Zukunftsängste. Ein Spielberg kratzt und beißt. Aus Traumfabrik wird Tollhaus. Was man da macht? Man öffnet einen guten Wein. Entschleunigt. Genießt. Hat bestimmt auch Francis Ford Coppola gemacht. An seinem 80. Geburtstag am 7.4.2019. Zu dem Elmar Biebl hier mit dem ersten Teil von Francis Ford Coppolas Familiengeschichte gratuliert.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Oder andersherum? Bei Francis Ford Coppola weiß man das nie so richtig. Was ist Arbeit? Was ist Vergnügen? „Ich bin ein Filmemacher, der auch Wein macht. Und ich bin ein Winzer, der auch Filme macht“, sagt Francis Ford Coppola von sich. Elmar sieht es hingegen so klar wie ein Pinot Grigio, den man gegen das Licht hält: Coppola ist ein Mann, der genau weiß, was gut ist. Der genießt, was er tut.

 

Francis Ford Coppola beim Dreh von APOCALYPSE NOW. Der Military Look? Vielleicht zur Tarnung, falls man im Durcheinander mal ins Bild gerät. Der Final Cut feiert am 28.4.2019 in New York Premiere.

Francis Ford Coppola: Der Final Cut kommt auf die Leinwand, der Director’s Cut ins Glas

Die nächste Gelegenheit, sich hierfür die Bestätigung zu holen, ist schon am 28.4.2019 beim Tribeca Film Festival in New York: Da zeigt der Regisseur in Coppola – auf 183 Minuten abgespeckt, frisch in 4K abgetastet und in Dolby gemischt – APOCALYPSE NOW: FINAL CUT. Falls wir uns nicht verzählt haben, ist es die dritte Fassung seines Antikriegsfilmklassikers. Und, falls wir uns auch diesbezüglich nicht verzählt haben, Coppolas 40. Teilnahme an dem von Robert De Niro initiierten Festival.
Zwei gute Argumente, sich anschließend gleich noch einen Director’s Cut zu gönnen. Natürlich den eigenen. Zum Beispiel den Zinfandel – im Dry Creek Valley gereift, danach im Barrique ausgebaut und reich an Aromen wie Brombeeren, Erdbeeren, Pflaumen, Vanille, Karamell, Tabak, Kakao, Pfeffer, Zeder und Veilchen. Wie gesagt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Oder war es doch andersherum? Egal. Womit wir dann jedenfalls beim Wein wären.

Francis Ford Coppolas „Director’s Cut“: Diese Flaschen machen den Regisseur ebenso stolz wie seine fünf Oscars und unzähligen anderen Filmpreise. Stimmt ja auch: Hauptsache, es steht der eigene Name drauf!

Prominente Winzer

Weine zu machen, ist eine Kunst. Eine Leidenschaft. Eine Passion. „Francis Ford Coppola weiß genau, was gut ist, und genießt, was er tut“ – wenn Elmar mit seiner Einschätzung richtigliegt, können diese Weine unmöglich schlecht sein. Wein anzubauen, ihn reifen zu lassen, zu keltern, durch Lagerung auszubauen, um ihn dann schließlich unter Zuhilfenahme des eigenen prominenten Namens gewinnbringend zu vermarkten: Mit der Idee ist Francis Ford Coppola inmitten der besten kalifornischen Weinlagen allerdings nicht allein. Rennfahrer, Rock-Musiker und Sportskanonen haben aus einem Hobby längst eine mehr oder weniger profitable Nebeneinnahme gemacht.
Natürlich ist die Filmbranche auch vertreten. Der Produzent und Autor Robert Kamen (DAS FÜNFTE ELEMENT, das Winzer-Drama DEM HIMMEL SO NAH, LETHAL WEAPON 3) besitzt 280 Acre vielversprechendes Rebenland. Und Produzent, Drehbuchautor und Regisseur John Lasseter (TOY STORY 2, DAS GROSSE KRABBELN, CARS, CARS 2) hat nach seinem etwas unrühmlichen Abgang bei Pixar und Disney auch endlich Zeit, um sich gebührend um seine 2002 gegründete Lasseter Family Winery zu kümmern.

Francis Ford Coppola: Mit 80 Jahren zwischen Oscars, Governors Ball und MEGALOPOLIS

Im Vergleich mit der Familie Coppola ist das natürlich nichts. Die kaufte bereits 1975 im Napa Valley „Inglenook Estate“, bevor Geyserville 2006 zum Sitz des Wein-Imperiums wurde. Und auch als Regisseur hat Francis Ford Coppola die Nase vorn. Immerhin besitzt er bis heute fünf Oscars (für DER DIALOG, DER PATE, DER PATE – TEIL II und PATTON – REBELL IN UNIFORM), John Lasseter nur zwei (für TIN TOY und TOY STORY).

Bei den Oscars hat Coppola übrigens nicht nur als Regisseur, sondern auch als Winzer die Nase vorn: 2019 sorgte er schon zum wiederholten Mal dafür, dass beim direkt auf die Verleihung folgenden Governors Ball keine Kehle trocken blieb. Für alle, die nicht da waren und nun wissen wollen, was ihnen entgangen ist, hier eine kurze Liste der kredenzten Tropfen: The Final Cut-91st Edition Rutherford 2016 Cabernet Sauvignon, Final Cut-91st Edition Russian River Valley 2017 Chardonnay, Francis Coppola Reserve Pinot Noir 2016 und Archimedes 2014. Und, um nur mal eine Zahl zu nennen: 2018 gingen insgesamt 2.400 Flaschen Coppola-Wein über den Tisch; von 2019 kennen wir den letzten Stand der Leergutzählung leider noch nicht.
Seine andere Arbeit oder sein anderes Vergnügen hat der nunmehr 80-Jährige derweil natürlich nicht aus dem Blick verloren. Ganz im Gegenteil: Noch in diesem Jahr will er sich endlich an die Umsetzung von MEGALOPOLIS machen. Was sich hinter diesem wahrlich epischen Projekt verbirgt, erzählt euch Elmar Biebl ganz bestimmt im zweiten Teil von Francis Ford Coppolas Familiengeschichte.

Die Coppolas: Ohne Drehbuch geht in der Küche gar nichts

Widmen wir uns noch kurz einer nach dem Weine-/Filmemachen und der Liebe zur Musik weiteren Leidenschaft des Manns, dessen PATE einige von uns das Wissen zu verdanken haben, dass „Tarantella“ keine riesengroße Wurst mit großen Fettstücken ist. Vor allem, nachdem uns Elmar gleich zu Anfang den Mund wässrig gemacht hat: „Tomaten enthäuten … Knoblauch hacken … schon ein Genuss beim Zuschauen … und dann erst dieser Geruch… zum Sterben …“ – ihr erinnert euch noch?
Gefunden haben wir für euch ein Rezept für eine Pasta-Sauce aus dem jahrhundertealten Fundus der Familia Coppola, welches der Regisseur sogar seinen Filmfiguren aus Corleone ins Drehbuch schrieb.

DER PATE: Rezept für Pasta-Sauce

Zutaten:
• zwei Esslöffel bestes Olivenöl
• zwei bis vier Knoblauchzehen, klein gehackt oder geschnitten
• zwei Kilogramm reife Tomaten, mittel bis fein gewürfelt
• circa 400 Gramm Tomatenmark
• vier italienische Salsiccia, gegrillt und in Scheiben geschnitten
• 500 Gramm Fleischbällchen – wenn nicht, dann noch zwei Würste mehr
• 100 Gramm Zucker
• trockener Rotwein

Wie man daraus eine leckere Sauce macht? Guckt einfach Clemenza (Richard Castellano) in der DER PATE-Szene über die Schulter, in der er Michael Corleone (Al Pacino) in das Geheimnis „seiner“ Pasta-Sauce einweiht – „because you never know when you’ll need to feed twenty guys.“ Die Szene überlebte den Endschnitt übrigens, weil Francis Ford Coppola der Meinung war, dass die Leute dann selbst im Fall eines Flops wenigstens ein gutes Saucen-Rezept kennengelernt hätten.

Francis Ford Coppola 1971 bei den Dreharbeiten zu DER PATE in der Maske mit seinem Star: Marlon „Don Vito Corleone“ Brando

Fehlt noch etwas?

Aber natürlich: Wir empfehlen zur Pasta einen 72er-Coppola aus Corleone: DER PATE – jederzeit und schon kurz nach dem Servieren streambar bei Amazon Prime Video. DER PATE – TEIL II und der DER PATE III stehen dort übrigens ebenfalls auf der Karte.

Buon appetito.

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