Wer hat das Zeug für den nächsten Mega-Soundtrack? | RANX-MAN

Ein Soundtrack ist für Filme das – gut, dann eben fünf Euro in die Phrasen-Kasse –, was das Salz für die Suppe ist. Die Tanzszene von Vincent Vega (John Travolta) und Mia Wallace (Uma Thurman) in PULP FICTION: unvergessen. Auf ewig. Und das nicht wegen Vegas überholungsbedürftiger Socken. Oder das stampfende Ostinato der dunklen Streicher, wenn DER WEISSE HAI seine nächste Attacke schwimmt. Oder die nervenzerfetzend hohen, dissonanten Streicher in der Duschszene von PSYCHO. Der Komponist dieses filmischen Dauer-Tinnitus, Bernhard Herrmann, schrieb seinen Musikern neben „fortissimo“ auch gleich noch „brutale“ in deren Partituren.

Soundtracks als Salz in der Filmsuppe

Ja. Die Musik ist das Salz in der Suppe eines jeden Films. Der große John Williams (mit dem es hoffentlich auch ein Wiederhören im nächsten INDIANA-JONES-Abenteuer gibt), Hans Zimmer, Danny Elfman, Alexandre Desplat, Ennio Morricone, John Barry, John Powell, Howard Shore, James Horner, Thomas Newman, Alan Silvestri, James Newton Howard, Carter Burwell, Randy Newman, Trent Reznor, Rachel Portman, Clint Mansell – all die großen Namen, die großen Komponisten der Filmmusik: Man weiß gar nicht, wo man anfangen und aufhören soll. Gerade erst haben sie durch die Dokumentation SCORE – EINE GESCHICHTE DER FILMMUSIK eine ganz besondere Ehrung erfahren.

Nun kann es sich aber nicht jede Produktion leisten, für ihren Film eine eigene Filmmusik komponieren und einspielen zu lassen. Oder will es vielleicht auch gar nicht. In diesen Fällen kommt dann der sogenannte Music Supervisor in Spiel. Das Lexikon der Filmbegriffe umschreibt seine Aufgaben so: Der „Music Supervisor” ist dafür zuständig, die Lizenzen der Musiken zu sichern, die für eine Film- oder Fernsehproduktion verwendet werden. Insbesondere gilt das für alle Fälle, in denen schon vorhandene Musiken eingesetzt werden; dazu rechnen aber auch Anspielungen und Zitate, die in der neuen Filmmusik vorkommen. Ein eigenes Aufgabenfeld ist die Auswahl von Musiken, die zur Diegese gehören (als source music), sowie die Klärung der Rechte für deren Verwendung.

Gerade Letzteres ist weit mehr, als sich nur durch die aktuellen Charts zu arbeiten, um damit den Soundtrack eines Films zu bestücken. Die Arbeit des Music Supervisors findet längst auf Augenhöhe mit der des Filmkomponisten statt. Denn zum einen spielt jeder Film in „seiner“ Zeit – da hilft die jeweils aktuelle Hitparade ohnehin nicht weiter. Und oftmals ist das, was gerade nicht en vogue ist und zur Dauerbeschallung gehört, was unsere Ohren dann umso aufmerksamer hinhören lässt. Und: Das filmische Erlebnis, die Handlung, die darstellenden Personen auch nachhaltiger in unserem Film-Gedächtnis festsetzt.

Filmmusik-Erfolge

Die „Komposition“ von Soundtracks steht also dem Schaffen von originäner Filmmusik kaum oder gar nicht mehr nach. Beispiele? Wie schon weiter oben genannt: PULP FICTION. Oder BABY DRIVER – in dem Fluchtwagenfahrer Miles (Ansel Elgort) sich von seinen selbstfabrizierten Mixtapes den Taktwechsel zwischen Gas- und Bremspedal vorgeben lässt. Oder GUARDIANS OF THE GALAXY, die bei aller Zukunftsvision nicht ohne die guten alten Songs können. Wobei bei ihnen lustigerweise – ebenso wie bei BABY DRIVER – die nun wirklich schon antiquierte (aber natürlich noch mit vielen schönen Erinnerungen verbundene) Kompaktkassette Auferstehung feierte … und zugleich ein Denkmal gesetzt bekam.

Oder SATURDAY NIGHT FEVER. 40 Jahre ist es her, dass Tony Manero (nicht nur) zu den Songs und Sounds der Bee Gees die Disco-Hüfte schwang. Der Soundtrack zu SATURDAY NIGHT FEVER war – bis Michael Jacksons THRILLER erschien – das erfolgreichste Musikalbum aller Zeiten. Noch heute liegen die Ohrwürmer der Bee Gees mit rund 40 Millionen verkauften Tonträgern ganz weit vorne: auf Platz zwei hinter Whitney Houstons BODYGUARD-Filmmusik. Und wen es da noch so alles gab: Princes PURPLE RAIN. Simon & Garfunkels THE GRADUATE (DIE REIFEPRÜFUNG) …

Eure Soundtrack-Wünsche

Aber: Das liegt alles auch schon ein wenig zurück.Was RANX-MAN Didi zu der Frage verleitet hat: Wer hätte das Zeug für den nächsten Mega-Soundtrack? Welchem Musiker, welcher Musikerin, welcher Gruppe würdet ihr es zutrauen oder gönnen, die Musik zu einem ganzen Film beziehungsweise einen Soundtrack zu liefern?

Spielt doch einfach mal selbst Music Supervisor, und schreibt uns eure Favoriten in die Kommentare! Und vergesst nicht, das jeweilige Genre hinzuzufügen, für das ihr euch die Musik eurer Lieblingsmusiker vorstellen könnt.

Der Einsendeschluss für eure Ideen ist am Samstag, 30.6.18, um 23.59 Uhr. Wir sind gespannt auf eure Vorschläge!

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